Baden-Württemberg stoppt geplanten Apothekenstreik – Proteste finden symbolisch statt
Jakob KrausBaden-Württemberg stoppt geplanten Apothekenstreik – Proteste finden symbolisch statt
Landweiter Apothekenstreik am 23. März verhindert: Baden-Württembergs Sozialministerium stoppt Protest
Ein für den 23. März geplanter bundesweiter Streik der Apotheken wurde vom Sozialministerium Baden-Württemberg untersagt. Die Behörde erklärte die Aktion für rechtswidrig und zwingt die Organisatoren damit zum Umdenken. Sollten Apothekenleiter ihre Türen an diesem Tag dennoch schließen, müssen sie persönlich für die Konsequenzen haften.
Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg hatte ursprünglich dazu aufgerufen, am 23. März die Apotheken im Rahmen überregionaler Proteste zu schließen. Nach dem Ministeriumsentscheid zog die Kammer ihre Unterstützung für eine vollständige Schließung jedoch zurück. Stattdessen empfiehlt sie ihren Mitgliedern nun alternative Formen des Protests – etwa das Tragen von Warnwesten, das Abdunkeln der Beleuchtung oder die Bedienung der Kunden ausschließlich über Notfallschalter.
Hintergrund ist ein Streit um ausbleibende staatliche Zuschüsse für Apotheken. Die ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) unter ihrem Präsidenten Thomas Preis unterstützt die Proteste, zu denen auch Petitionen und Abstimmungen in Mitgliederversammlungen Anfang 2026 gehören. Gleichzeitig dürfen Apotheken in Baden-Württemberg am 23. März weiterhin für drei Stunden öffnen – vorausgesetzt, sie melden ihre geänderten Öffnungszeiten elektronisch an die Kammer.
Das Ministeriumsurteil verbietet zwar keine verkürzten Öffnungszeiten, da bestehende Vorschriften Apotheken erlauben, an einem Tag pro Woche nur drei Stunden zu öffnen. Eine vollständige Schließung liegt jedoch nun in der Verantwortung der einzelnen Filialleiter, die dafür persönlich haften müssten.
Der Protest wird damit in abgewandelter Form stattfinden: Statt flächendeckender Schließungen setzen die Apotheken auf symbolische Aktionen. Wer seine Öffnungszeiten reduzieren möchte, muss dies der Kammer vorher anzeigen. Der Konflikt zeigt die anhaltenden Spannungen um die Finanzierung der Apotheken – mit weiteren Aktionen ist in den kommenden Monaten zu rechnen.