Arbeitgeber fordern radikale Reformen bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Admin User
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Ein Interview findet mit Menschen mit Mikrofonen und einer Kamera statt, mit Personen im Vordergrund und einem Banner links, während der Hintergrund klar ist.

Arbeitgeber möchten Krankengeld begrenzen - Arbeitgeber fordern radikale Reformen bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Arbeitgeber in Deutschland kämpfen mit explodierenden Kosten durch Krankentage – Forderungen nach grundlegenden Reformen

Die deutschen Arbeitgeber sehen sich mit stark steigenden Ausgaben durch krankheitsbedingte Fehlzeiten konfrontiert und fordern nun weitreichende Änderungen. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), drängt auf eine Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, nachdem die Krankheitsquote Rekordwerte erreicht hat. Seine Vorschläge umfassen strengere Kontrollen bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sowie Kürzungen bestimmter Lohnersatzleistungen während einer Erkrankung.

Der massive Anstieg der Krankheitstage belastet die Unternehmen finanziell enorm. Allein im Jahr 2024 zahlten Arbeitgeber rund 82 Milliarden Euro für Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall. Produktionsausfälle summierten sich auf 134 Milliarden Euro, wobei jeder Beschäftigte im Schnitt 20,8 Tage krankgeschrieben war.

Dulger schlägt vor, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf maximal sechs Wochen pro Jahr zu begrenzen – statt wie bisher sechs Wochen pro Krankheitsfall. Zudem fordert er ein Ende der telefonisch ausgestellten Krankschreibungen und setzt sich stattdessen für Video-Sprechstunden ein. Darüber hinaus soll der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen schneller und häufiger prüfen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Streichung von Zuschlägen für Nacht-, Sonntags- und Überstundenarbeit während der Krankschreibung. Dulger argumentiert, dass diese Maßnahmen Missbrauch eindämmen und die finanzielle Belastung der Unternehmen verringern würden. Der deutliche Anstieg der Fehlzeiten begann 2022 und zeigt bisher keine Anzeichen einer Entspannung.

Sollten die Reformen umgesetzt werden, würde dies einen tiefgreifenden Wandel in der Handhabung von Krankschreibungen in Deutschland bedeuten. Unternehmen könnten entlastet werden, während strengere Kontrollen unnötige Fehlzeiten reduzieren dürften. Die Vorschläge müssen nun in weiteren Beratungen zwischen Politik und Gesundheitsbehörden diskutiert werden.