13 March 2026, 04:09

537 Millionen Euro ungenutzt: Warum Apotheken mit pharmazeutischen Dienstleistungen kämpfen

Der Eingang einer Apotheke mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite und beleuchteten Lampen auf dem Dach.

537 Millionen Euro ungenutzt: Warum Apotheken mit pharmazeutischen Dienstleistungen kämpfen

Deutschlands vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) bleiben mit 537 Millionen Euro ungenutzt – Reformen dringend nötig

Das Programm für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in Deutschland hat bisher 537 Millionen Euro ungenutzt gelassen, da die Inanspruchnahme schwächelt. Viele Apotheken kämpfen damit, mit diesen Leistungen überhaupt kostendeckend zu arbeiten – trotz ihres potenziellen Nutzens. Branchenverbände fordern nun dringend Reformen, um das System zukunftsfähig zu machen.

Das pDL-Programm ermöglicht es Apotheken, spezielle Dienstleistungen wie etwa Risikobewertungen bei Bluthochdruck gegen eine festgelegte Gebühr anzubieten. Doch mehr als die Hälfte aller Apotheken macht bei diesen Untersuchungen Verluste, für die sie netto nur 11,20 Euro pro Fall erhalten. Lediglich etwa ein Drittel schafft es, damit Gewinne zu erzielen.

Die Probleme der Apotheken beschränken sich jedoch nicht auf die geringe Vergütung. Personalmangel, hoher administrativer Aufwand und begrenzte räumliche Kapazitäten erschweren die effiziente Erbringung der pDL-Leistungen. Zudem belasten Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen die Situation zusätzlich.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert höhere pDL-Honorare, um die Dienstleistungen bundesweit nachhaltig anzubieten. Die Freie Apothekerschaft (FA) warnt unterdessen, dass eine Umwidmung der ungenutzten pDL-Mittel in den allgemeinen Apothekenhaushalt die langfristige Struktur des Programms untergraben könnte. Die FA betont zudem, dass Apotheken das nötige Fachwissen besitzen – wenn nur der finanzielle Rahmen dem erforderlichen Aufwand entsprechen würde.

Mit 537 Millionen Euro, die ungenutzt bleiben, steht die Zukunft des pDL-Programms auf dem Spiel. Apotheken brauchen faire Vergütungen, um die Kosten zu decken und die Leistungen aufrechtzuerhalten. Ohne Änderungen droht das System an Schwung zu verlieren – gerade in einer Phase, in der die Nachfrage steigen könnte.

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