1&1 baut Deutschlands viertes Mobilfunknetz rasant aus – trotz holprigem Start
Jakob Kraus1&1 baut Deutschlands viertes Mobilfunknetz rasant aus – trotz holprigem Start
1&1 betreibt Deutschlands viertes Mobilfunknetz – und wächst nach zögerlichem Start rasant
Bis Ende 2023 hatte das Unternehmen bereits über 2.054 aktive Mobilfunkstandorte in Betrieb – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den fünf Anlagen, die zu Beginn des Jahres aktiv waren. Offiziell ging das Netz von 1&1 am 8. Dezember 2023 an den Start, nach Jahren der Verzögerungen und regulatorischem Druck.
Die Lizenzen für Frequenzen hatte 1&1 bereits 2019 ersteigert, doch der Aufbau gestaltete sich schwierig: Lieferkettenprobleme und Partnerschaftskonflikte bremsten den Fortschritt aus. Die Aufsichtsbehörden hatten gefordert, dass bis Ende 2023 mindestens 1.000 Standorte in Betrieb gehen – doch zu Jahresbeginn waren es gerade einmal fünf.
Erst im Laufe des Jahres 2023 legte 1&1 deutlich an Tempo zu und baute pro Quartal rund 300 neue Standorte aus. Bis Jahresende überschritt das Unternehmen die Marke von 2.000 aktiven Anlagen. Kunden nutzen das 1&1-Netz mittlerweile direkt, greifen aber bei schwachem Empfang weiterhin auf die Infrastruktur von Vodafone zurück.
Trotz des Wachstums bleibt 1&1 weit hinter den drei großen deutschen Anbietern zurück: Vodafone betreibt 28.000 Standorte, O2 kommt auf 29.000, und die Telekom führt mit 36.500 Anlagen. Aktuell versorgt das 1&1-Netz über 27 Prozent der deutschen Haushalte; bis 2030 soll die Abdeckung auf 50 Prozent steigen.
Unternehmenschef Ralph Dommermuth wies Spekulationen über einen Verkauf des Unternehmens zurück. Zwar hatte es Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch Telefónica gegeben, doch Dommermuth betont, dass 1&1 unabhängig bleiben werde.
Millionen Haushalte nutzen inzwischen das 1&1-Netz, auch wenn die Abdeckung noch hinter der der Konkurrenten liegt. Das Unternehmen will sein Expansionstempo halten und bis Ende des Jahrzehnts die Hälfte der deutschen Bevölkerung erreichen. Bis dahin setzen Kunden auf eine Kombination aus eigener 1&1-Infrastruktur und der Backup-Unterstützung durch Vodafone.






