02 April 2026, 12:10

Wie Berlin und München aus Büros dringend benötigten Wohnraum schaffen

Verschlossene Fenster an einem Gebäude mit einer Tafel, auf der 'Bezahlbarer Wohnraum' steht, Treppe mit Geländer, die zum Eingang führt, und Straße unten.

Wie Berlin und München aus Büros dringend benötigten Wohnraum schaffen

Zwei deutsche Großstädte haben ehrgeizige Projekte gestartet, um leerstehende Büroggebäude in dringend benötigten Wohnraum umzuwandeln. Im Berliner Bezirk Wedding entsteht bis April 2026 aus einem siebenstöckigen Bürokomplex in der Maxstraße ein Loft-Wohnhaus, während das Münchner Projekt "Ten Towers" beweisen soll, dass solche Umnutzungen auch wirtschaftlich tragfähig sein können. Die Initiativen kommen zu einer Zeit, in der steigende Baukosten und strenge Energievorschriften die Umwidmung bestehender Immobilien für Investoren zunehmend zur Herausforderung machen.

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In den sieben größten Städten Deutschlands steht so viel ungenutzter Büroraum zur Verfügung, dass daraus rund 11.000 neue Wohnungen entstehen könnten. Experten schätzen, dass bei vollständiger Ausschöpfung des Potenzials in diesen Ballungsräumen bis zu 60.000 Wohnungen geschaffen werden könnten. Die Umwandlung von Büros in Wohnraum unterstützt zudem die Klimaziele, da Sanierungen den Standard "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erfüllen müssen, um staatliche Förderung zu erhalten.

Ab Juli 2026 werden Bundeszuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit gewährt, wobei Unternehmen maximal 300.000 Euro erhalten können. Im Gegensatz zu Krediten müssen diese Mittel nicht zurückgezahlt werden. Dennoch bleiben hohe Sanierungskosten und komplexe Bauvorschriften – insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden – erhebliche Hürden.

Beim Berliner Projekt in der Maxstraße werden 3.676 Quadratmeter Bürofäche zu Wohnlofts umgebaut. Das Münchner Vorhaben "Ten Towers" dient hingegen als prominenten Pilotprojekt und soll zeigen, dass Umnutzungen sowohl praktikabel als auch rentabel sein können. Angesichts der in den letzten Jahren stark gestiegenen Baukosten zweifeln jedoch viele Investoren weiterhin an der Wirtschaftlichkeit solcher Projekte.

Das Programm zielt darauf ab, Leerstandsquoten zu senken, das Wohnungsangebot zu erhöhen und ökologische Sanierungen zu fördern. Die Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohnung sollen die Sanierungskosten ausgleichen, doch strenge Energiestandards und hohe Kosten bleiben Risikofaktoren. Falls diese ersten Projekte erfolgreich verlaufen, könnten sie den Weg für ähnliche Umnutzungen in Städten ebnen, die sowohl mit Wohnungsmangel als auch mit ungenutzten Büroimmobilien zu kämpfen haben.

Quelle