Warum internationale Studierende Deutschlands Fachkräftemangel lösen könnten – und was sie davon abhält
Amelie SeidelWarum internationale Studierende Deutschlands Fachkräftemangel lösen könnten – und was sie davon abhält
Deutschland bleibt das beliebteste Ziel für internationale Studierende außerhalb der englischsprachigen Länder. Ein neuer Bericht unterstreicht, wie wichtig die Hochschulbildung für die Bewältigung des wachsenden Fachkräftemangels im Land ist. Absolventen deutscher Hochschulen finden zudem deutlich leichter einen Job als Migranten, die ausschließlich zur Arbeitsaufnahme einreisen.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland konzentriert sich auf MINT-Fächer. Dieser Trend macht Universitäten zu einer entscheidenden Quelle für qualifizierte Arbeitskräfte in Branchen, die unter Personalmangel leiden. Aktuell fehlen in Deutschland rund 148.500 MINT-Fachkräfte, und Prognosen zufolge werden in den nächsten zehn Jahren weitere 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen.
Absolventen, die Praktika absolvieren, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreiben oder nebenbei in ihrem Fachbereich arbeiten, haben deutlich bessere Jobchancen. Dagegen tun sich diejenigen schwerer, die aus finanzieller Not heraus in nicht fachbezogenen Nebenjobs arbeiten. Auch Deutschkenntnisse erhöhen die Einstellungschancen – selbst bei Stellen, die auf Englisch ausgetragen werden.
Hochschulen führen nun neue Initiativen ein, um die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern zu intensivieren und die Berufsvorbereitung zu verbessern. Die Daten zeigen zudem, dass internationale Studierende, die über den Hochschulweg nach Deutschland kommen, 1,6-mal häufiger langfristig bleiben möchten. Dennoch geben fast die Hälfte derjenigen, die das Land verlassen, Visaprobleme, finanzielle Belastungen, Sprachbarrieren oder begrenzte Jobperspektiven als Hauptgründe für ihre Abreise an.
Absolventen deutscher Hochschulen finden dreimal so häufig eine Anstellung wie Migranten, die direkt zur Arbeit einreisen. Mit gezielter Unterstützung könnten diese Studierenden helfen, kritische Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Doch Herausforderungen wie Visabeschränkungen und finanzielle Engpässe treiben weiterhin einen Teil der qualifizierten Fachkräfte aus dem Land.






