Vom Knast zum Verwaltungszentrum: Mainzer Gefängnis mit bewegter Geschichte

Admin User
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Ein gelbes Gebäude mit Geschäften im Erdgeschoss und einem weißen Schild mit der Aufschrift "Metro" davor.

Vom Knast zum Verwaltungszentrum: Mainzer Gefängnis mit bewegter Geschichte

Das Gefängnis Mainz: Vom Untersuchungsgefängnis zum Verwaltungszentrum

Das Gefängnis Mainz, einst eine der wichtigsten Untersuchungshaftanstalten in Rheinland-Pfalz, schloss 2002 nach fast einem Jahrhundert seines Bestehens seine Pforten. Die Einrichtung, bekannt für die Unterbringung prominenter Häftlinge, wurde seitdem zu einem modernen Verwaltungsstandort umgebaut – dabei blieben Teile der ursprünglichen Bausubstanz erhalten.

Erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bot das Gefängnis Platz für rund 300 Inhaftierte in engen Zellen von nur acht Quadratmetern Größe. Kleine, hoch liegende Fenster ließen kaum Tageslicht herein und unterstrichen die düstere Atmosphäre. In seinen letzten Jahrzehnten diente es vor allem als Untersuchungshaftanstalt, in der Beschuldigte auf ihren Prozess warteten.

Zu seinen berüchtigtsten Insassen zählten Christian Klar, ein ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF), der von 1978 bis 2008 hier inhaftiert war, sowie Jürgen Bartsch, der sogenannte "Hammermörder von Worms". Bartsch wurde in den 1970er-Jahren in das Gefängnis verlegt und blieb bis zu seinem Tod 1976 dort; Akten belegen seine Präsenz noch in diesem Jahrzehnt. Nach der Schließung 2002 folgte eine umfassende Sanierung. 2009 eröffnete das Gelände als Verwaltungszentrum für den Landtag Rheinland-Pfalz, einschließlich Büros für die Landtagspräsidentin. Die Sandsteinfassaden blieben erhalten, und eine historische Zelle ist heute im Innenhof des Isenburg-Karrees als Ausstellung zu besichtigen.

Auch der benachbarte Bahnhofplatz in Mainz erfuhr Veränderungen: In den frühen 1990er-Jahren stand dort noch das Central Hotel Eden, das später durch das AC by Marriott Hotel und das Restaurant Adam und Eden ersetzt wurde. Eine 1991 vor dem Hotel abgestellte Straßenbahn warb einst für Babyland, ein inzwischen geschlossenes Babyfachgeschäft in Ingelheim, das später zur Kette BabyOne wurde.

Die Umwandlung des ehemaligen Gefängnisses spiegelt seinen Wandel von einem Ort der Freiheitsentziehung zu einem Zentrum der Verwaltung wider. Die erhaltenen Relikte erinnern an seine Vergangenheit, während die Umgebung mit neuen Projekten weiterwächst. Heute prägt die Anlage die politische Verwaltung der Region – und nicht mehr seine Justizgeschichte.