29 April 2026, 18:08

Vom Gefängnis zum lebendigen Stadtviertel: Studierende entwerfen die Zukunft des Rennelberg-Areals

Ausführlicher architektonischer Plan des Anemas-Gefängnisses, der Räume, Korridore, Fenster, Türen und strukturelle Anmerkungen auf Papier zeigt.

Vom Gefängnis zum lebendigen Stadtviertel: Studierende entwerfen die Zukunft des Rennelberg-Areals

Die Zukunft des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg in Braunschweig nimmt Gestalt an – dank frischer Ideen von Studierenden vor Ort. Ihre Entwürfe zur Umwandlung des Geländes in ein lebendiges Stadtviertel sind nun im historischen Rathaus ausgestellt. Die Stadt plant die Neugestaltung bereits seit Ende 2018, doch entscheidende Schritte hängen weiterhin vom Verkauf des Gefängnisses ab.

Im Dezember 2018 hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt beschlossen, einen Bebauungsplan für das Rennelberg-Areal zu erarbeiten. Ziel ist es, das alte Gefängnis und seine Umgebung in ein neues Stadtviertel zu verwandeln. Zwar schreiten die Planungen voran, doch der eigentliche Baubeginn steht noch aus, bis der Verkauf des Geländes abgeschlossen ist.

In diesem Sommer wird das ehemalige Gefängnis für kurze Zeit wieder seine Tore öffnen – nicht als Haftanstalt, sondern als Kulturort. Im Juni findet dort das Theaterformen-Festival statt und gibt einen vorläufigen Eindruck von der möglichen Zukunft des Ortes.

Studierende der Technischen Universität Braunschweig haben nun ihre Visionen für das Gelände präsentiert. Ihre Entwürfe loten aus, wie sich das historische Erbe bewahren lässt, während gleichzeitig moderner Wohnraum und öffentliche Flächen entstehen. Drei Konzepte stachen im Wettbewerb besonders hervor.

Den ersten Platz belegte das Duo Franziska Heininger und Johannes Quirin mit "Von Mauern zu Gemeinschaft: Die Umgestaltung des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg". Ihr Entwurf setzt auf die Verknüpfung von Alt und Neu. Adriana Gens und Mareike Meier erreichten den zweiten Platz mit "Gefängnis Rennelberg: Wenn Barrieren fallen", das das Gelände als offenen, integrierten Raum neu denkt. Sarah Suttner López und Robert Sievert erhielten den dritten Preis für "Nachbarschaft statt Gefängnis: Gemeinschaft über Mauern" – ein Konzept, das das gemeinschaftliche Zusammenleben in den Mittelpunkt stellt.

Alle Entwürfe sind noch bis zum 20. Mai im historischen Rathaus zu sehen.

Die studentischen Arbeiten zeigen verschiedene Wege auf, wie sich Geschichte und modernes Stadtleben verbinden lassen. Ihre Ideen werden die endgültigen Pläne der Stadt mitprägen, auch wenn vor dem Abschluss des Gefängnisverkaufs noch keine Bauarbeiten beginnen können. Bis dahin kann die Öffentlichkeit die Vorschläge betrachten und sich ausmalen, was einst an die Stelle der alten Gefängnismauern treten könnte.

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