Volkswagen setzt trotz China-Krise auf SDV-Plattform und Elektro-Zukunft
Elias LehmannVolkswagen setzt trotz China-Krise auf SDV-Plattform und Elektro-Zukunft
Volkswagen hat die Dauerlauftests für seine neue zonale Fahrzeugarchitektur abgeschlossen – ein entscheidender Schritt in seiner Strategie für Elektrofahrzeuge. Das als SDV bekannte System wird nun unter realen Bedingungen erprobt, darunter ein Konzeptfahrzeug ohne Lenkrad in Wolfsburg. Gleichzeitig sieht sich der Konzern mit Herausforderungen konfrontiert, da die Verkäufe in China zurückgehen und der Aktienkurs fällt.
Die SDV-Plattform hat umfangreiche Belastungstests bestanden und ihre Zuverlässigkeit in zentralen Funktionen wie Allradantrieb und Traktionskontrolle unter Beweis gestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Architekturen reduziert dieses System komplexe Verkabelungen und ermöglicht nahtlose Updates per Funk. Volkswagen plant, es als Grundlage für künftige Elektromodelle in westlichen Märkten zu nutzen.
Angesichts finanzieller Belastungen setzt das Unternehmen strenge Sparmaßnahmen durch und verstärkt die lokale Produktion in Schlüsselregionen. Auch die deutschen Autoexporte nach China sind stark eingebrochen und lagen bei nur noch 13,6 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte des Werts von 2022. Um die Mitarbeitermotivation zu stärken, wird Volkswagen im Mai eine Prämie von 1.250 Euro auszahlen.
Die Probleme des Konzerns zeigen sich auch an der Börse: Seit Januar ist der Aktienkurs um fast 19 Prozent gefallen und schloss vergangenen Freitag bei 86,04 Euro. 2025 sanken die China-Verkäufe um 7,7 Prozent auf unter 2,6 Millionen Fahrzeuge, wodurch Volkswagen auf den dritten Platz hinter die Konkurrenz zurückfiel. BMW und Mercedes-Benz verzeichneten mit 12,5 bzw. 19,3 Prozent noch stärkere Rückgänge.
Für die Zukunft plant Škoda den Marktstart des kompakten Elektro-SUV Epiq im Herbst 2026 – ein weiterer Schritt in der Elektrifizierungsstrategie der Gruppe.
Volkswagens SDV-Architektur ist nun serienreif und bietet fortschrittliche Softwarefunktionen für künftige Elektrofahrzeuge. Trotz Rückschlägen in China und einem sinkenden Aktienkurs investiert der Konzern weiter in Innovation und Kosteneffizienz. Der anstehende Škoda Epiq und die laufenden Tests autonomer Konzepte unterstreichen die langfristige Ausrichtung.






