US-Unternehmen Lyten plant revolutionäre Batteriefabrik in Schleswig-Holstein
Amelie SeidelLyten plant Batteriewiederbelebung in Heide mit spezieller Technologie - US-Unternehmen Lyten plant revolutionäre Batteriefabrik in Schleswig-Holstein
US-Energieunternehmen Lyten plant Großprojekt bei Heide in Norddeutschland
Das in den USA ansässige Energieunternehmen Lyten bereitet ein großes Industrievorhaben in der Nähe von Heide in Schleswig-Holstein vor. Geplant ist eine kombinierte Fabrik für Batteriezellen, ein Rechenzentrum und eine Energiespeicheranlage. Sollte das Projekt Realität werden, könnte es neue Arbeitsplätze und Investitionen in die Region bringen – doch bevor der Bau beginnen kann, müssen noch entscheidende Hürden überwunden werden.
Das vorgesehene Gelände war ursprünglich für eine Batteriefabrik des schwedischen Unternehmens Northvolt vorgesehen, das rund 3.000 Arbeitsplätze und eine staatlich abgesicherte Wandelanleihe in Höhe von 600 Millionen Euro versprochen hatte. Doch Northvolts Pläne in Deutschland scheiterten, und Lyten stieg mit einem anderen Konzept ein. Statt auf Massenproduktion setzt das US-Unternehmen auf Lithium-Schwefel-Technologie, die ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt und Nickel auskommt.
Erst kürzlich hatte Lyten die insolventen schwedischen Standorte von Northvolt übernommen, darunter das Hauptwerk in Skellefteå und ein Forschungszentrum in Västerås – für fast 5 Milliarden US-Dollar (rund 4,2 Milliarden Euro). Doch über das Heide-Projekt gibt es bisher nur wenige konkrete Informationen. Zwar hält das Unternehmen über 550 Patente, vor allem im Zusammenhang mit seiner Lithium-Schwefel-Produktion in Kalifornien, doch spezifische Anträge oder Meilensteine für den deutschen Standort wurden noch nicht veröffentlicht.
Bevor der Bau starten kann, muss Lyten zunächst den Kauf der Northvolt-Tochter in Deutschland abschließen. Verhandelt wird derzeit mit der Bundesregierung, der staatlichen Förderbank KfW und den Landesbehörden Schleswig-Holsteins. Bei einer Genehmigung könnte der erste Spatenstich bereits 2027 erfolgen.
Das Vorhaben stößt bereits bei lokalen Unternehmen auf Interesse, nicht zuletzt wegen seines spezialisierten Ansatzes. Lithium-Schwefel-Batterien bieten eine hohe Energiedichte und eignen sich damit besonders für Nischenanwendungen, liegen aber in puncto Platzbedarf und Schnellladefähigkeit hinter herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus zurück. Um langfristig erfolgreich zu sein, empfehlen Experten die Einrichtung eines Beirats mit regionalen Akteuren. Eine bekannte Persönlichkeit aus Heide als lokaler Fürsprecher könnte zudem die Unterstützung stärken, während eine klare Strategie nötig ist, um Lytens bestehende Patente in funktionierende Industrieprozesse umzusetzen.
Sollten die Verhandlungen und die technische Planung wie vorgesehen verlaufen, wäre die Anlage in Heide Lytens erster großer Produktionsstandort in Europa. Gelingt der Bau, könnte die Fabrik die industrielle Landschaft der Region prägen, indem sie eine neue Batterietechnologie etabliert. Der Erfolg hängt nun von der Sicherung von Finanzmitteln, behördlichen Genehmigungen und lokalen Partnerschaften ab.