17 March 2026, 02:07

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Widerstand wächst

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Widerstand wächst

UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank

Die italienische Großbank UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und bietet dabei 30,80 Euro pro Aktie – ein Aufschlag von 4 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs der Bank. Die Ankündigung hat die Finanzmärkte bereits in Bewegung gebracht: Der DAX stieg nach Bekanntgabe um 0,53 Prozent.

Doch der Ausgang des Deals bleibt ungewiss. Schlüsselige Akteure, darunter die deutsche Bundesregierung und der Betriebsrat der Commerzbank, lehnen die Übernahme vehement ab – vor allem aus Sorge um mögliche Arbeitsplatzverluste.

Noch vor dem öffentlichen Angebot von UniCredit am 16. März 2026 hatte die Commerzbank-Aktie mit deutlichen Verlusten zu kämpfen. Im Jahresverlauf büßte sie 17 bis 18 Prozent ein, innerhalb eines Monats verlor sie 7,91 Prozent und in drei Monaten 14,91 Prozent. Diese schwache Performance stand im Kontrast zu Wettbewerbern wie der Deutschen Bank und BNP Paribas, wobei aktuelle Vergleichsdaten fehlen.

Die Übernahmeankündigung löste am 16. März einen sofortigen Kursanstieg der Commerzbank-Aktie um 7,6 Prozent aus, die zwischen 30 und 32 Euro schloss. Die vorherigen Verluste waren jedoch auch auf politischen Widerstand und das als zu gering empfundene Prämienangebot zurückzuführen. Der DAX reagierte indes verhalten und notierte 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten.

UniCredit-Chef Andrea Orcel hält bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Aktien und drängt Vorstandschefin Bettina Orlopp zu Verhandlungen. Doch sowohl die Bundesregierung als auch der Betriebsrat der Commerzbank zeigen sich entschlossen gegen die Übernahme – vor allem wegen befürchteter Stellenstreichungen.

Technisch betrachtet steht der DAX nun vor einer entscheidenden Prüfung. Ein Fall unter die Unterstützung bei 22.900 Punkten könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen. Für eine nachhaltige Erholung müsste der Index laut Analysten die Marke von 24.000 Punkten zurückerobern.

Während das Übernahmeangebot der Commerzbank-Aktie kurzfristig Auftrieb verschafft und den DAX leicht stützt, hängt der Erfolg des Deals davon ab, ob die politischen und internen Widerstände überwunden werden können. Marktbeobachter richten ihren Blick nun darauf, ob der DAX die wichtigen Unterstützungsniveaus halten kann – oder ob weitere Rückgänge drohen.

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