Tigerpark Pattaya: Zwischen Touristenattraktion und Tierschutz-Dilemma
Anna KrauseTigerpark Pattaya: Zwischen Touristenattraktion und Tierschutz-Dilemma
Ein tiefes, grollendes Brüllen erfüllt die Luft im Tigerpark von Pattaya, wo Besucherinnen und Besucher in Scharen kommen, um gefangene Großkatzen aus nächster Nähe zu erleben. Unter ihnen ist Nivea, eine einjährige Tigerin – eine von vielen, die in der Anlage für Touristeninteraktionen gehalten werden. Doch hinter den Kulissen mehren sich die Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der dunklen Seite solcher Attraktionen.
Im Park können Besucher den Tigern wie Nivea über den Rücken streichen – ein Erlebnis, das bei einer chinesischen Touristin zwiespältige Gefühle hinterließ. Die Tiere wirken ruhig, doch Tierschutzorganisationen behaupten, diese Sanftmut sei das Ergebnis harter Dressurmethoden, die bereits im Jungtieralter angewendet werden.
Kritiker, darunter PETA Asien, werfen solchen Parks vor, Profit über das Wohl der Tiere zu stellen. Die Großkatzen werden oft in engen Gehegen gehalten und sind ständig dem Trubel ausgesetzt. Zudem besteht die Gefahr, dass einige der gefangenen Tiger in den illegalen Handel mit Tigerprodukten geraten.
Unterdessen erholt sich der Bestand wildlebender Tiger in Thailand langsam: Schätzungsweise 200 bis 300 Tiere leben mittlerweile in geschützten Gebieten. Schutzmaßnahmen wie Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen und die Regulierung von Beutetierpopulationen haben seit 2010 zu einem Anstieg der Zahlen beigetragen. Dennoch bleibt die Krankheitsgefahr bestehen: 2022 starben in zwei Einrichtungen im Norden Thailands 72 Tiger an Staupe und bakteriellen Infektionen.
Der Kontrast zwischen den sich erholenden wilden Tigern Thailands und den Bedingungen in Parks wie dem in Pattaya unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen. Zwar zeigen Artenschutzbemühungen Erfolge, doch die Sorgen um die Haltung gefangener Tiger und ihre mögliche Verstrickung in den illegalen Handel bleiben. Die Zukunft dieser Tiere hängt davon ab, Tourismus, Tierschutz und Schutzmaßnahmen in Einklang zu bringen.






