30 March 2026, 10:08

Tausende protestieren in NRW gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und digitale Übergriffe

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält ein Banner mit der Aufschrift "Solidarität und Feminismus" und fährt parkende Fahrzeuge auf der Seite und Gebäude im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in NRW gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und digitale Übergriffe

Tausende sind in Nordrhein-Westfalen auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte Gewalt an Frauen zu protestieren. Am Wochenende zogen Demonstrationen in Köln und Bonn trotz Kälte und Nässe große Menschenmengen an. Die Kundgebungen folgen einer hitzigen nationalen Debatte über digitale Gewalt, die durch eine aktuelle Der-Spiegel-Recherche zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann ausgelöst wurde.

Am Samstag demonstrierten in Köln mehr als 5.000 Menschen für besseren Schutz von Frauen. Der Protest fand einen Tag vor einer kleineren, aber ebenso lautstarken Versammlung in Bonn statt, bei der über 500 Teilnehmende den Marktplatz vor dem alten Rathaus füllten. Organisiert von einem parteiübergreifenden Bündnis aus Grünen, CDU, SPD und Volt, forderten alle Redner:innen Männer auf, sich gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen und mehr Verantwortung zu übernehmen.

Bei der Bonner Kundgebung fielen besonders prägnante Parolen auf, darunter ein Schild mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Hit von Cindy Lauper. Auch Politikerinnen der Frauen-Union der CDU sprachen sich für schärfere gesetzliche Maßnahmen aus, stießen damit jedoch auf verhaltene Resonanz im Publikum.

Die Proteste fallen zusammen mit wachsendem politischen Druck im Kampf gegen digitale Gewalt. Ein Der-Spiegel-Bericht über Fernandes' Vorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen hat die Bundesregierung veranlasst, neue Gesetze zu beschleunigen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) arbeitet derzeit an einem Entwurf, der die unerlaubte Erstellung und Verbreitung von Nacktaufnahmen – einschließlich KI-generierter Deepfakes – unter Strafe stellen soll. Weitere Pläne umfassen elektronische Fußfesseln für gewalttätige Ex-Partner und strengere Regeln gegen heimliche Überwachung. Der Entwurf befindet sich noch in der internen Prüfung.

Unterdessen kritisierte Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Grünen, Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, dass er strengere rechtliche Schutzmaßnahmen für Frauen nicht unterstützt. Die Debatte gewinnt an Dringlichkeit, da Aktivist:innen konkrete Schritte von der Politik fordern.

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Die Proteste in Köln und Bonn zeigen die anhaltende öffentliche Empörung über Gewalt gegen Frauen. Während nun gesetzliche Änderungen auf den Weg gebracht werden, steht die Regierung unter Druck, aus den Entwürfen verbindliche Gesetze zu machen. Gleichzeitig fordern Initiativen tiefgreifendere gesellschaftliche Veränderungen – sie appellieren an Männer, sich aktiv gegen Frauenfeindlichkeit einzusetzen und die Sicherheit von Frauen zu unterstützen.

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