02 April 2026, 10:08

Spätaussiedler-Zahlen brechen ein: Nur noch 4.200 Neuankömmlinge 2025

Ein Plakat von Deutschland mit farbigen Punkten, die die Bevölkerungsverteilung darstellen, und Text unten, der die Gesamtzahl der Bewohner zeigt.

Spätaussiedler-Zahlen brechen ein: Nur noch 4.200 Neuankömmlinge 2025

Die Zahl der Spätaussiedler, die aus Kasachstan und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken nach Deutschland kommen, ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. 2025 registrierte Friedland – das zentrale Aufnahmelager für Neuankömmlinge – nur noch knapp über 4.200 Personen, ein Bruchteil der Zahlen früherer Jahrzehnte. Der Rückgang spiegelt tiefgreifende Verschiebungen in den Migrationsmustern und politische Änderungen wider.

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Anfang der 2000er-Jahre stammten allein aus Kasachstan jährlich noch mehr als 38.000 registrierte Spätaussiedler. Bis 2010 sank diese Zahl auf 508 pro Jahr. Der Abwärtstrend setzte sich fort: 2012 wurden nur noch 422 Spätaussiedler aus Kasachstan verzeichnet.

2024 stieg die Zahl leicht auf etwa 2.546 an, blieb aber weit unter den früheren Spitzenwerten. 2025 registrierte Friedland 1.079 Personen aus Kasachstan, dazu 2.562 aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 4.238 Menschen an.

Für den deutlichen Rückgang gibt es mehrere Gründe. Strengere Migrationspolitiken Deutschlands in den 1970er- und 1980er-Jahren verlagerten den Fokus weg von Spätaussiedlern und priorisierten stattdessen Arbeitsmigration und Familienzusammenführung. Viele berechtigte Deutschstämmige waren bereits während der großen Migrationswellen der 1990er-Jahre ausgewandert, sodass der Kreis potenzieller Migranten schrumpfte. Verbesserte wirtschaftliche Bedingungen in den ehemaligen Sowjetrepubliken verringerten zudem den Druck zur Auswanderung, während ältere Bevölkerungsgruppen mit Hürden wie nicht anerkannten Abschlüssen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert waren. Demografische Veränderungen begrenzten zusätzlich die Gruppe derer, die bereit oder in der Lage waren, umzuziehen.

Friedland bleibt weiterhin die erste Anlaufstelle für Spätaussiedler und bietet erste Registrierung sowie Integrationshilfen. Doch die Zahlen der Neuankömmlinge sind nur noch ein kleiner Bruchteil dessen, was sie einst waren.

Der kontinuierliche Rückgang der Spätaussiedler-Zuwanderung unterstreicht langfristige Veränderungen in der Migrationsdynamik. Mit weniger als 1.100 Registrierungen aus Kasachstan im Jahr 2025 deutet der Trend darauf hin, dass großangelegte Wanderungsbewegungen aus der Region weitgehend zum Erliegen gekommen sind. Die Zahlen verweisen zudem auf die nachhaltigen Auswirkungen politischer Kurswechsel und wirtschaftlicher Verbesserungen in den Herkunftsländern.

Quelle