Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU zeigt tiefe Risse
Jens Spahn hat sich eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert. Die Abstimmung offenbarten jedoch deutliche Spaltungen innerhalb der Partei: Ein Fünftel der Abgeordneten verweigerte ihm die Unterstützung. Seine Wiederwahl erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Kritik an vergangenen Fehlentscheidungen und finanziellen Weichenstellungen.
Bei der Wahl gaben 196 der 208 Fraktionsmitglieder ihre Stimme ab, wobei 167 für Spahn votierten – das entspricht einer Zustimmung von 86,5 Prozent und liegt knapp über der symbolisch wichtigen 80-Prozent-Marke der gesamten Gruppe. Dennoch stimmten 26 Abgeordnete gegen seine Kandidatur, drei enthielten sich.
Kritiker verweisen auf Spahns Amtszeit als Gesundheitsminister, insbesondere auf den umstrittenen 6-Milliarden-Euro-Deal zur Beschaffung von Schutzmasken. Vorwürfe wegen leichtsinniger Ausgaben und mangelnder Kontrolle halten sich hartnäckig. Aktuellere Patzer, wie das gescheiterte Kanzlerkandidatur-Unterfangen und die Rücknahme von Richterernennungen, schwächten seine Position zusätzlich.
Das Ergebnis sendet ein Warnsignal an die gesamte Partei. Die CDU/CSU liegt in Umfragen derzeit hinter der rechtspopulistischen AfD – ein Alarmzeichen für die innere Stabilität. Insider spekulieren, dass der nächste Vertrauenscheck Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz treffen könnte, dessen Position unter Druck gerät, sollte der Unmut in der Fraktion weiter wachsen.
Spahns Wiederwahl bestätigt zwar seine Führung, legt aber auch tiefe Verwerfungen in der Union offen. Die Abstimmung zeigte Risse, die sich vertiefen könnten, wenn die Führungsfragen ungelöst bleiben. Angesichts der schwachen Umfragewerte rückt nun Merz – und mit ihm die Gesamtstrategie der CDU – in den Fokus der Erwartungen.






