Siemens plant radikale Umstrukturierung: Sparten Smart Infrastructure und Digital Industries vor Auflösung
Jakob KrausSiemens plant radikale Umstrukturierung: Sparten Smart Infrastructure und Digital Industries vor Auflösung
Siemens erwägt im Rahmen seiner langfristig geplanten Strategie "One Tech Company" einen tiefgreifenden internen Umbruch. Die mögliche Neuaufstellung könnte zwei der größten Sparten des Konzerns – Smart Infrastructure und Digital Industries – auflösen. Die Initiative, die Vorstandschef Roland Busch bereits vor 18 Monaten skizzierte, zielt darauf ab, die Abläufe zu straffen und Fachwissen zentral zu bündeln.
Die geplanten Änderungen folgen auf die vorherige Ausgliederung des Medizintechnikbereichs Siemens Healthineers. Sollte die Umstrukturierung umgesetzt werden, würden die Sparten Smart Infrastructure und Digital Industries – derzeit geleitet von Matthias Rebellius und Cedrik Neike – aufgelöst. Ihre Geschäftsbereiche würden dann direkt der Konzernführung unterstellt.
Aktuell sind keine Stellenstreichungen vorgesehen. Allerdings sind Anpassungen in den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Entwicklung wahrscheinlich. Mit der Reform sollen interne Abgrenzungen abgebaut, doppelte Strukturen reduziert und die Zusammenarbeit zwischen den verbleibenden Einheiten gestärkt werden.
Siemens hat die Pläne bisher nicht bestätigt und wollte sich zu einem Bericht der "Handelsblatt" nicht äußern. Das Unternehmen betonte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Stand September 2025 beschäftigte Siemens weltweit rund 318.000 Mitarbeiter, davon etwa 4.500 allein am Standort Amberg in den beiden betroffenen Sparten.
Die "One Tech Company"-Strategie könnte die Arbeitsweise von Siemens grundlegend verändern – weg von getrennten Divisionen hin zu einer stärker integrierten Struktur. Zwar sind vorerst keine Entlassungen geplant, doch die Reform würde einen deutlichen Wandel in der internen Organisation des Konzerns markieren. Eine finale Entscheidung über die Umstrukturierung steht noch aus.






