Sicherheitsdebatte bei der Bahn: Warum Zweipersonen-Teams weiterhin abgelehnt werden
Anna KrauseSicherheitsdebatte bei der Bahn: Warum Zweipersonen-Teams weiterhin abgelehnt werden
Streit um Sicherheit von Zugpersonal eskaliert nach Ablehnung von Zweipersonen-Besatzungen
Die Kontroverse um die Sicherheit von Zugbegleitern hat sich verschärft, nachdem Verkehrsminister die Forderung nach einer verpflichtenden Zweipersonen-Besatzung abgelehnt haben. Die Entscheidung folgt auf einen tödlichen Angriff auf einen Schaffner im Februar, der Gewerkschaften zu strengeren Schutzmaßnahmen aufgerufen hatte. Die Deutsche Bahn hat zwar neue Sicherheitsvorkehrungen eingeführt – Kritiker halten diese jedoch für unzureichend.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert seit dem Mord an dem Schaffner Serkan C. in Rheinland-Pfalz eine verpflichtende Zweier-Teams in Zügen. Aus Jahresberichten geht hervor, dass die Angriffe auf Bahnmitarbeiter 2024 auf 3.324 Fälle stiegen und 2025 mit über 3.000 Vorfällen weiterhin hoch blieben – die Zahlen steigen weiter. EVG-Chef Martin Burkert verurteilte die Ablehnung der Minister scharf und warnte, dass die Gewalt gegen allein arbeitendes Personal sonst weiter zunehmen werde.
Die Deutsche Bahn reagierte mit der Ausgabe von Körperkameras für Service-Teams und dem Verzicht auf Personalausweiskontrollen bei Ticketprüfungen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßte diese Schritte, wies jedoch auf die zusätzlichen Kosten hin. Gleichzeitig betont die Bundesregierung, dass über das aktuelle Budget hinaus keine weiteren Mittel bereitgestellt werden können.
Verkehrsminister Patrick Schnieder will die neuen Maßnahmen bis Ende April bewerten. Zudem laufen Gespräche über eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen. Der VDV lehnt eine verpflichtende Zweipersonen-Besatzung jedoch weiterhin ab – die Debatte bleibt damit ungelöst.
Die Ablehnung der Zweier-Team-Regelung vertieft den Konflikt zwischen Gewerkschaften und Deutscher Bahn über die Sicherheit des Personals. Angesichts weiter steigender Angriffe auf Bahnmitarbeiter rückt nun in den Fokus, ob die jüngsten Sicherheitsvorkehrungen ausreichen. Schnieders anstehende Prüfung wird zeigen, ob weitere Schritte folgen.






