17 March 2026, 20:06

Schweitzer fordert Merz zu mehr Unterstützung für die kriselnde Chemieindustrie auf

Grafik mit der Bezeichnung "Benzinpreise in den Vereinigten Staaten", die zwei Linien zeigt, die die Benzinpreise nach Bundesstaat darstellen, wobei eine blaue Linie eine sinkende Preisentwicklung und eine grüne Linie eine steigende Preisentwicklung über die Zeit hinweg anzeigt.

Schweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemischen Dialog - Schweitzer fordert Merz zu mehr Unterstützung für die kriselnde Chemieindustrie auf

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz aufgefordert, entschiedener die notleidende deutsche Chemieindustrie zu unterstützen. In einem scharf formulierten Schreiben kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei zentralen Vorhaben, darunter die Industrie-Strompreise und die Bundesinitiative Chemie-Dialog.

Der Appell erfolgt zu einer Zeit, in der der Sektor mit steigenden Kosten, durch geopolitische Spannungen gestörten Lieferketten und wachsender Unzufriedenheit über das stockende Tempo bei versprochenen Reformen kämpft.

In seinem Brief an Merz verwies Schweitzer auf anhaltende Rückschläge beim Chemie-Dialog, einem Programm, das Deutschland als führenden europäischen Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie etablieren soll. Trotz der Koalitionszusagen zur Innovationsförderung monierte Schweitzer, dass bisher kaum Fortschritte erzielt wurden – mit der Folge, dass Unternehmen ohne dringend benötigte Unterstützung dastehen.

Ein zentraler Streitpunkt sind die Industrie-Strompreise. Zwar sind die Kosten im vergangenen Jahr gesunken – von 35,4 Cent pro Kilowattstunde im März 2025 auf 25,7 Cent für Neukunden im März 2026 –, doch der staatlich subventionierte Satz von 5 Cent pro Kilowattstunde für energieintensive Branchen wird erst 2026 voll greifen. Zudem steigen Abgaben wie die KWKG-Umlage weiter an und schmälern so einen Teil der Ersparnis. Das Programm sieht eine Preisobergrenze für bis zu 50 Prozent des Verbrauchs in 91 Sektoren vor, darunter die Chemieindustrie, doch Schweitzer geißelte die Verzögerungen und verwies darauf, dass auf Bundesebene bereits seit Monaten Einigkeit über die Maßnahme herrsche.

Der Ministerpräsident richtete seine Kritik auch gegen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, deren zögerliche Reaktion auf die explodierenden Spritpreise er als unzureichend bezeichnete. Schweitzer betonte, Pendler und kleine Unternehmen hätten für die Untätigkeit der Regierung bereits "einen empörend hohen Preis" gezahlt. Seine Vorwürfe beschränken sich jedoch nicht auf die Strompreise: Er verweist auf weitreichende Störungen in den Lieferketten – insbesondere durch den Iran-Konflikt – sowie stark gestiegene Rohstoffkosten, die die Baustoffbranche unter Druck setzen.

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Führende Vertreter der Wirtschaft unterstützten Schweitzers Position und warnten, dass ohne rasches Handeln die deutsche Chemie- und Industrieproduktion im internationalen Wettbewerb weiter zurückfallen werde.

Die Bundesregierung hat zwar Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, darunter subventionierte Strompreise und Steuererstattungen für Hersteller. Doch Schweitzers Schreiben unterstreicht die anhaltende Verärgerung über die schleppende Umsetzung.

Angesichts weiterhin schwankender Energiepreise und angespannter globaler Lieferketten hängt die Zukunft der Chemieindustrie davon ab, ob die versprochenen Reformen rechtzeitig wirken – oder ob weitere Schäden unvermeidbar werden.

Quelle