Rheinland-Pfalz revolutioniert Ökostrom mit fischfreundlichen Wasserkraft-Turbinen am Rhein
Jakob KrausRheinland-Pfalz revolutioniert Ökostrom mit fischfreundlichen Wasserkraft-Turbinen am Rhein
Rheinland-Pfalz treibt Deutschlands Energiewende voran – mit 64 Prozent Ökostromanteil
Rheinland-Pfalz geht bei der Umstellung auf erneuerbare Energien in Deutschland voran: Mittlerweile stammen 64 Prozent des Stroms im Land aus grünen Quellen. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist eine neue Art von Wasserkraftturbine – kompakt, leise und fischfreundlich –, die derzeit flächendeckend am Rhein eingeführt wird. Die ersten drei Anlagen sind bereits in Betrieb, Dutzende weitere sollen in den kommenden Jahren folgen.
Die unter dem Namen Energyfish bekannten Turbinen liegen unauffällig im Flussbett, ohne die Wanderung von Fischen zu behindern. Eine Studie der Technischen Universität München bestätigte, dass sie der aquatischen Tierwelt keinen Schaden zufügen und es den Arten ermöglichen, ungehindert zu ihren Laichgründen zu gelangen. Jede Turbine erzeugt jährlich rund 15 Megawattstunden Strom – selbst bei sinkenden Wasserständen, wenn auch mit verringerter Leistung bei Niedrigwasser.
Ein Verbund von 100 dieser Turbinen könnte jährlich 1,5 Gigawattstunden produzieren – genug, um 450 durchschnittliche deutsche Haushalte zu versorgen. Drei Anlagen laufen bereits in einem Rhein-Nebenarm bei Sankt Goar, 21 weitere sollen bald installiert werden. Bis zum Projektabschluss werden insgesamt 124 Turbinen in Betrieb sein.
Doch nicht nur der Rhein kommt als Standort infrage: Bei geeigneten Fließgeschwindigkeiten und umweltrechtlichen Rahmenbedingungen könnte die Technologie auch an anderen deutschen Flüssen wie Mosel, Weser oder Elbe eingesetzt werden. Aktuell trägt Wasserkraft etwa drei Prozent zum deutschen Strommix bei – Innovationen wie Energyfish könnten diesen Anteil jedoch steigern.
Das Land selbst hat ehrgeizige Klimaziele: Der öffentliche Sektor will bis 2030 klimaneutral werden, die gesamte Region strebt dies bis 2035 bis 2040 an.
Mit 124 genehmigten Turbinen und weiteren Standorten in Planung könnte das Energyfish-System eine immer wichtigere Rolle in der deutschen Strategie für erneuerbare Energien spielen. Die Technologie überzeugt durch ihre Fähigkeit, Strom zu erzeugen, ohne Fische zu gefährden oder den Schiffsverkehr zu beeinträchtigen – eine praktikable Lösung für umweltschonende Wasserkraft. Bei Erfolg könnten ähnliche Projekte bald auch in anderen europäischen Gewässern folgen.






