Rettung des Maculinea-Schutzgebiets: Wie eine kaputte Leitung Natur und Landwirtschaft bedrohte
Jakob KrausRettung des Maculinea-Schutzgebiets: Wie eine kaputte Leitung Natur und Landwirtschaft bedrohte
Reparierte Wasserleitung im Schutzgebiet Maculinea bei Neustadt bringt Grasland und Wege zurück
Im Schutzgebiet Maculinea nahe Neustadt wurde eine beschädigte Wasserleitung instand gesetzt, wodurch Grasflächen und landwirtschaftliche Wege wiederhergestellt wurden. Das im September 2025 abgeschlossene Projekt wurde vom Land Hessen im Rahmen seines Klimaplans 2030 finanziert. Durch die Maßnahmen konnte zudem ein natürlicher Bachlauf reaktiviert und der Lebensraum seltener Tierarten verbessert werden.
Die Probleme begannen im Sommer 2022, als eine historische Wasserleitung brach. Das ausgetretene Wasser überflutete bis zu drei Hektar Grasland und Wege innerhalb des FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat). Landwirtschaftliche Fahrzeuge konnten die betroffenen Stellen nicht mehr passieren, und der beliebte Wanderweg Gauklerrunde wurde unbenutzbar.
Die Reparaturarbeiten starteten im Januar 2025 im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Regierungspräsidium Gießen. Federführend war die Abteilung Ländliche Entwicklung und Verbraucherschutz des Landkreises. Statt die alte Leitung zu reparieren, leiteten die Arbeiter das Wasser oberirdisch um und schufen so einen neuen Bachlauf.
Die Veränderungen haben mehrere seit Langem ausgetrocknete Teiche wieder mit Wasser gefüllt und die Lebensbedingungen für klimasensible Arten verbessert – darunter den seltenen Schmetterling Maculinea. Die einst überfluteten Grasflächen sind inzwischen abgetrocknet und können voraussichtlich bereits im nächsten Sommer wieder als Heuwiesen genutzt werden. Eine neu gebaute Furt ermöglicht es landwirtschaftlichen Fahrzeugen, das Gelände zu queren, und Wanderer können die Gauklerrunde nun ohne Watpassagen durchqueren.
Das neunmonatige Projekt hat sowohl die landwirtschaftliche Nutzung als auch das ökologische Gleichgewicht in der Region wiederhergestellt. Landwirte können nun mit der Heumahd für das kommende Jahr planen, während der reaktivierte Bach einheimische Pflanzen und Tiere fördert. Die Maßnahmen fügen sich in die übergeordneten Klimaziele Hessens ein, die im Klimaplan 2030 verankert sind.






