10 June 2026, 00:32

Ramelows Niederlage: Linke stimmt über umstrittene Gehaltsdeckelung für Abgeordnete ab

Schiedsgericht der Linken verwirft Ramelows Vorschlag zur Gehaltsdeckelung

Ramelows Niederlage: Linke stimmt über umstrittene Gehaltsdeckelung für Abgeordnete ab

Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags und ehemaliger Ministerpräsident Thüringens, ist mit seinem Versuch gescheitert, einen Antrag zur Deckelung der Abgeordnetengehälter innerhalb der Linkspartei zu blockieren. Das Schiedsgericht der Partei wies seinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurück und ebnete damit den Weg für eine Abstimmung über den Vorschlag auf dem anstehenden Parteitag.

Im Mittelpunkt des Streits steht ein Plan des Bundesvorstands der Linken, die Bezüge der Bundestags- und Europaabgeordneten der Partei zu begrenzen. Die vorgeschlagene Obergrenze soll ihre Einkünfte an den Durchschnittsverdienst von Arbeitnehmern anpassen. Ramelow hingegen hält das Vorhaben für verfassungswidrig und hatte versucht, eine Behandlung des Antrags auf dem Parteitag zu verhindern.

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Er beantragte beim Bundesschiedsgericht der Partei eine einstweilige Anordnung. Die ehrenamtlichen Richter wiesen seinen Antrag jedoch mit der Begründung ab, der Beschluss sei noch nicht formal gefasst worden – Ramelow fehle es daher an einem berechtigten Interesse an rechtlichem Schutz. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, deutete das Gericht zudem an, dass sein Ersuchen um gerichtliche Intervention von vornherein wahrscheinlich unzulässig gewesen sei.

Trotz der Niederlage hat Ramelow inzwischen Berufung gegen die Entscheidung eingelegt. Der Antrag zur Gehaltsdeckelung wird nun auf dem Parteitag der Linken zur Abstimmung gestellt, wo die Delegierten über sein Schicksal entscheiden werden.

Die Entscheidung des Schiedsgerichts ebnet der Linkspartei den Weg, über den Vorschlag zur Gehaltobergrenze zu debattieren und abzustimmen. Sollte der Antrag angenommen werden, müssten die Abgeordneten der Partei deutlich reduzierte Bezüge akzeptieren. Ramelows Berufung bleibt zwar noch anhängig, doch der Parteitag wird wie geplant stattfinden.

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