Radio CORAX in Halle kämpft um seine Zukunft nach AfD-Förderstopp-Drohung
Elias LehmannRadio CORAX in Halle kämpft um seine Zukunft nach AfD-Förderstopp-Drohung
Radio CORAX in Halle: Ungewisse Zukunft durch drohende Kürzungen
Das freie Radio CORAX in Halle steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die rechtspopulistische AfD die Streichung seiner öffentlichen Förderung gefordert hat. Die Partei wirft dem Sender vor, „linken Fanatismus“ und eine „Regenbogen-Ideologie“ zu verbreiten. Trotz der politischen Angriffe hält CORAX mit einer Mischung aus Landesmitteln, Spenden und ehrenamtlichem Engagement am Betrieb fest.
Seit 26 Jahren bietet der Sender eine Plattform für vielfältige Stimmen – von Kindern über queere Communities bis hin zu Geflüchteten. Mit 175 verschiedenen Formaten, darunter tägliche Sendungen wie Tipkin oder das Magazin Serendipity, wird das Programm fast ausschließlich von rund 400 Ehrenamtlichen gestaltet, die selbst über die Inhalte entscheiden.
Jährlich erhält CORAX etwa 200.000 Euro von der Landesmedienanstalt sowie kommunale Zuschüsse und Projektförderungen. Angesichts wachsendem politischem Druck gewinnen Spenden jedoch an Bedeutung. Zudem ist der Sender Teil von AMARC, dem internationalen Netzwerk nichtkommerzieller Radios, und engagiert sich global.
Neben dem Hörfunkprogramm organisiert CORAX Filmabende, öffentliche Diskussionen und Workshops für Radiomacher:innen. Mitmachen kann jeder: Wer eine Idee hat, kann sie in einer Redaktionssitzung vorstellen und nach einer Einführungsveranstaltung direkt loslegen. Trotz der Finanzierungsrisiken will der Sender sein vielfältiges Programm beibehalten.
Die Forderung der AfD nach einer Streichung der Mittel verschärft die Lage, da CORAX ohnehin auf schrumpfende öffentliche Unterstützung angewiesen ist. Mit einer langen Tradition bürgerschaftlichen Engagements hängt die Zukunft des Senders nun davon ab, neue Finanzquellen zu erschließen. Das Team bleibt jedoch seinem offenen, inklusiven Ansatz treu – genau jenem Prinzip, das die Arbeit seit Jahrzehnten prägt.






