Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken – weniger Menschen arbeiten über die Grenze
Amelie SeidelAnzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken – weniger Menschen arbeiten über die Grenze
Immer weniger Menschen pendeln über die Landesgrenzen hinweg nach oder aus Sachsen-Anhalt. Die neuesten Zahlen vom Juni 2025 zeigen einen leichten Rückgang sowohl bei den Ein- als auch bei den Auspendlern. Zwar verlässt noch etwa jeder fünfte Erwerbstätige das Bundesland für die Arbeit, doch der Trend hat sich in den letzten Jahren leicht verändert.
Im Juni 2025 arbeiteten rund 148.000 Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt in anderen Bundesländern – etwa 600 weniger als im Vorjahr. Die beliebtesten Ziele der Pendler waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Viele von ihnen übten qualifizierte Tätigkeiten in der Industrie, im Einzelhandel, im Transportgewerbe oder im Bauwesen aus.
Gleichzeitig kamen weniger Arbeitskräfte aus anderen Regionen nach Sachsen-Anhalt. Etwa 75.700 Menschen pendelten in das Bundesland ein, ein leichter Rückgang gegenüber früheren Zahlen. Die meisten stammten aus Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg, rund 5.400 reisten aus dem Ausland an.
Der Rückgang des grenzüberschreitenden Pendelns steht im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel seit etwa 2015. Eine schrumpfende und alternde Bevölkerung – von 2,34 Millionen im Jahr 2015 auf etwa 2,17 Millionen 2024 – hat die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte verringert. Auch die Abwanderung jüngerer Menschen aus der Region spielte eine Rolle. Allerdings sorgen mehr lokale Arbeitsplätze, insbesondere in Branchen wie der Automobilindustrie und der Logistik, dafür, dass Beschäftigte seltener das Bundesland für die Arbeit verlassen müssen.
Der Rückgang des Pendelverkehrs über die Landesgrenzen spiegelt sowohl demografische als auch wirtschaftliche Veränderungen wider. Mit weniger Einwohnern und mehr Arbeitsplätzen vor Ort müssen immer weniger Menschen Sachsen-Anhalt für ihre Arbeit verlassen. Das Land passt sich weiterhin an, während sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft weiterentwickeln.