Orangene Bänke als Symbol – doch der Widerstand gegen Gleichstellung wächst
Jakob KrausOrangene Bänke als Symbol – doch der Widerstand gegen Gleichstellung wächst
Orangefarbene Bänke als Zeichen – doch hinter der Fassade wächst der Widerstand
In deutschen Städten sind leuchtend orangefarbene Bänke aufgetaucht – Teil der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch hinter dieser sichtbaren Solidarität sehen sich Gleichstellungsakteur:innen wachsenden Bedrohungen und schwindender politischer Unterstützung ausgesetzt.
Gleichstellungsbeauftragte geraten zunehmend unter Beschuss. Eine Umfrage aus dem Jahr 2026 ergab, dass 63 Prozent antifeministische Feindseligkeit erlebt hatten, wobei 40 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren mehrfach betroffen waren. Fünf Prozent erhielten sogar Todesdrohungen.
Die Meldestelle Antifeminismus verzeichnete 2024 insgesamt 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Die Angriffe reichen von Vandalismus bis zu offener Aggression und richten sich oft direkt gegen die Beauftragten und ihre Arbeit. Selbst symbolische Aktionen wie die orangefarbenen Bänke wurden beschädigt; aus Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler gibt es Berichte über Zerstörungen.
Hinter dieser Gewalt steht häufig organisierter Antifeminismus, eine Bewegung, die sich gegen die Rechte von Frauen und queeren Menschen richtet. Gleichzeitig bröckelt die politische Rückendeckung: Die Bundesfrauenministerin sagte kürzlich ihre Teilnahme an einem wichtigen Kongress ab, und Kürzungen bei der Finanzierung zeichnen sich ab. Ohne Unterstützung aus den eigenen Reihen kämpfen die Beauftragten gegen gezielte Strategien, die sie zermürben sollen.
Als Reaktion bilden viele nun Bündnisse und tauschen sich über Gegenstrategien aus. Netzwerke der Solidarität sind längst zu einer Überlebensfrage geworden, um dem steigenden Druck standzuhalten.
Die orangefarbenen Bänke der Kampagne bleiben ein öffentliches Mahnmal im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch für diejenigen an vorderster Front werden die Herausforderungen immer größer – von physischen Bedrohungen bis zu schrumpfenden Ressourcen. Ihr Einsatz für Vernetzung unterstreicht, wie dringend stärkerer institutioneller Rückhalt in den kommenden Jahren nötig ist.






