29 March 2026, 02:09

Ölpreise explodieren: Historische Knappheit nach Nahost-Krise und Hormus-Blockade

Liniengraph, der einen Rückgang der projizierten zukünftigen Ölimport-Erwartungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ölpreise explodieren: Historische Knappheit nach Nahost-Krise und Hormus-Blockade

Die globalen Ölpreise sind auf beispiellose Höchststände geklettert, nachdem die Spannungen im Nahen Osten die Lieferketten massiv gestört haben. Die Nordsee-Sorte Brent notiert derzeit bei rund 113 US-Dollar pro Fass – ein steiler Anstieg gegenüber den Vorkrisenwerten von 72 bis 73 US-Dollar. Der Preisschub folgt auf US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran, die Tötung Ali Chameneis sowie eine fast vollständige Blockade der Straße von Hormus, die die schwerste Ölknappheit der Geschichte ausgelöst hat.

Die aktuelle Krise hat ein tägliches Versorgungsdefizit von etwa 12 Millionen Fass verursacht und damit alle früheren Störungen in den Schatten gestellt. Zum Vergleich: Die Ölkrisen der 1970er-Jahre führten zu einem Rückgang von 5 Millionen Fass pro Tag, während die Golfkriege der 1980er- und 1990er-Jahre Verluste von 4 Millionen Fass verzeichneten. Diesmal hat die Belastung den Brent-Preis auf 113 US-Dollar und den OPEC-Ölpreis auf 143 US-Dollar pro Fass getrieben.

Als Reaktion darauf arbeitet die Bundesregierung an einem Entlastungspaket für die Spritpreise. Zudem planen die Behörden, die nationalen Ölreserven anzuzapfen, um die Belastung für Verbraucher zu verringern. Bundeskanzler Friedrich Merz hat unterdessen angedeutet, den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg Deutschlands – ursprünglich für 2038 vorgesehen – möglicherweise zu verschieben, um die Energieversorgung der Industrie zu sichern.

Der Preisanstieg trifft vor allem energieintensive Hersteller hart. Thyssenkrupp, das bereits mit billigen Importen zu kämpfen hat, verzeichnete in den letzten 30 Tagen einen Kurssturz von 31 Prozent. Die Aktie liegt nun bei einem 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro – fast 44 Prozent unter ihrem Oktober-Höchststand von 13,24 Euro. Auch die französischen Standorte des Konzerns drosseln die Produktion, was die finanzielle Belastung weiter verschärft.

Analysten warnen, dass sich die Aussichten für Thyssenkrupp ohne einen Rückgang der Ölpreise kaum verbessern werden. Die Investmentbank Raiffeisen hat bereits ihre Wachstumsprognose für zyklische Industrieaktien bis 2026 gesenkt – ein Zeichen für die weitreichenden wirtschaftlichen Folgen der Krise.

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Die Ölkrise zeigt bisher keine Anzeichen einer Entspannung, die Preise bleiben nahe der Rekordstände. Regierungen und Unternehmen bemühen sich um Anpassungen, doch eine Entlastung hängt davon ab, die Versorgung zu stabilisieren und die geopolitischen Spannungen zu verringern. Bis dahin werden die Energiekosten die Industrie und die Märkte weiter belasten.

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