Münchner Anschlag 2016: Überlebende fordern Neuaufklärung nach zehn Jahren
Anna KrauseMünchner Anschlag 2016: Überlebende fordern Neuaufklärung nach zehn Jahren
Zehn Jahre nach dem tödlichen Anschlag von München am 22. Juli 2016 fordern Überlebende und Angehörige eine vollständige Aufarbeitung. Hasan Leyla, der bei dem Attentat seinen 14-jährigen Sohn Can verlor, hat ein Fußballturnier organisiert, um der neun Opfer zu gedenken. Die Veranstaltung stellt auch die ursprüngliche Einstufung des Anschlags als Amoktat eines Einzeltäters infrage – und nicht als rechtsterroristische Tat.
Bei dem Angriff im Olympia-Einkaufszentrum kamen neun Menschen ums Leben, darunter Can Leyla. Jahre lang sprachen die Behörden von der Tat eines psychisch gestörten Einzelgängers. Doch Überlebende wie Hasan Leyla und seine Frau Sibel sowie die Initiative München Erinnert lehnen diese Darstellung seit Langem ab. Sie betonen, der Anschlag sei politisch motiviert und von rechtsextremem Gedankengut getragen gewesen.
Das Fußballturnier, das am 6. Juni stattfand, stand im Zeichen des Gedenkens – nicht des Wettbewerbs. Zu den Opfern gehörte Guiliano Kollmann, ein begeisterter Fußballer, dessen ehemaliges Team das erste Turnier zu seinen Ehren gewann. Leyla und das Team von München Erinnert betonen, dass es bei der Veranstaltung um Teilhabe und Anerkennung gehe, nicht um den Sieg.
Nun, da sich der zehnte Jahrestag am 22. Juli 2026 nähert, wirbt Leyla für eine angemessene Erinnerungskultur. Die Initiative fordert weiterhin eine Korrektur der offiziellen Darstellung und besteht darauf, den Anschlag als rechtsterroristischen Akt anzuerkennen.
Das Turnier und das anhaltende Engagement sollen die Erinnerung an die Opfer wachhalten. Mit dem bevorstehenden Jahrestag sind Leyla und andere entschlossen, dafür zu sorgen, dass der Anschlag richtig eingeordnet wird. Ihr Einsatz zielt auch darauf ab, Betroffene zu einen und zu verhindern, dass ähnliche Tragödien falsch dargestellt werden.






