Münchens dritte Startbahn: Warum Dominik Krauses Sieg das Projekt endgültig stoppen könnte
Jakob KrausMünchens dritte Startbahn: Warum Dominik Krauses Sieg das Projekt endgültig stoppen könnte
Münchens umstrittenes Projekt für eine dritte Startbahn steht nach der Wahl des Grünen-Klimaschützers Dominik Krause zum Oberbürgermeister vor neuer Unsicherheit. Die Pläne waren bereits durch juristische Auseinandersetzungen, ein Landesmoratorium und das bestehende Veto der Stadt München blockiert worden – nun wird diese Haltung durch Krauses Sieg weiter gestärkt.
Mit 56,4 Prozent der Stimmen setzte sich der Herausforderer gegen den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) durch und übernimmt damit die Kontrolle über den 23-prozentigen städtischen Anteil am Flughafen München – inklusive eines entscheidenden Mitspracherechts bei Großprojekten wie der Startbahn.
Die dritte Startbahn steckt seit 2020 in Verzögerungen fest, als die bayerische Landesregierung erstmals ein Moratorium verhängte. Trotz dieser Blockade verabschiedete der Landtag 2023 das "Dritte Startbahngesetz", das Planungs- und Genehmigungsvorbereitungen ermöglichte. Doch bis März 2026 waren keine Bauarbeiten aufgenommen worden.
Im Juli 2025 wies das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Projektgenehmigung ab. Dennoch verlängerte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das Moratorium bis 2028 – und stoppte damit jeden Fortschritt. Der Flughafen München beantragte daraufhin die Bestätigung, dass vorbereitende Arbeiten bereits begonnen hätten, um die Baugenehmigungen auf Basis der bestehenden Zulassungen zu sichern.
Krauses Wahl stellt nun ein weiteres Hindernis dar. Als Oberbürgermeister verfügt er über Münchens Vetorecht in der Gesellschafterversammlung des Flughafens – eine Befugnis, die bereits Reiter genutzt hatte, um die Startbahn zu blockieren. Zwar mied Krause das Thema im Wahlkampf, doch seine Zugehörigkeit zu den Grünen und sein Fokus auf Klimaschutz deuten auf klare Ablehnung hin. Die Lufthansa hingegen bleibt eine der lautstärksten Befürworterinnen: Konzernchef Carsten Spohr fordert seit Langem eine Kapazitätserweiterung am Münchner Drekreuz.
Da sich nun sowohl die Stadt- als auch die Landesregierung gegen das Projekt stellen, erscheint ein Baubeginn in den kommenden Jahren unwahrscheinlich – wenn nicht gar ausgeschlossen. Die Zukunft der Startbahn hängt weniger von rechtlichen Genehmigungen ab als vielmehr vom politischen Willen. Krauses Veto in Kombination mit Söders Moratorium bildet eine doppelte Blockade, die die Flughafenbetreiber nicht umgehen können. Ohne einen Kurswechsel in München oder Bayern wird die dritte Startbahn auf unbestimmte Zeit am Boden bleiben.






