Mitteldeutschland-Bahn: Bau verzögert sich um sechs Jahre – 544 Millionen Euro fehlen
Amelie SeidelMitteldeutschland-Bahn: Bau verzögert sich um sechs Jahre – 544 Millionen Euro fehlen
Bau der Mitteldeutschland-Bahnverbindung verzögert sich um Jahre
Die Pläne für die Mitteldeutschland-Bahnverbindung haben eine erhebliche Verzögerung erlitten. Ursprünglich sollte der Bau in diesem Jahr beginnen, doch nun wurde der Start auf 2028 verschoben. Zudem drohen Finanzierungslücken, sodass dringend benötigte Ausbaumaßnahmen und die Elektrifizierung frühestens 2032 realisiert werden können.
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen fordert eine beschleunigte Umsetzung des Projekts. Die Strecke sei entscheidend, um Sachsen und Thüringen besser mit Westdeutschland zu verbinden, heißt es. Die Linie soll den Fernverkehr von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet deutlich verbessern.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, betonte die Dringlichkeit der Elektrifizierung des Abschnitts Weimar–Jena–Gera–Gößnitz. Zudem müsse die Strecke teilweise zweigleisig ausgebaut werden. Kobelt bezeichnete die Mitteldeutschland-Verbindung als „eine der wichtigsten Eisenbahnachsen für Thüringen“.
Die BSW-Fraktion kritisiert das Bundesverkehrsministerium scharf, weil die notwendigen Mittel nicht bereitgestellt wurden. Trotz politischer Zusagen sei bis heute keine Finanzierung gesichert. Die geschätzten Kosten für die Elektrifizierung und den Ausbau der 517 Kilometer langen Strecke – insbesondere des Abschnitts Weimar–Gera–Gößnitz – belaufen sich mittlerweile auf 544 Millionen Euro.
Ohne zusätzliche Bundesmittel, warnt die Fraktion, werde das Projekt weiter auf Eis liegen. Dadurch verzögerten sich schnellere Zugverbindungen und eine bessere Anbindung zwischen Ost- und Westdeutschland um Jahre.
Der Bau der Mitteldeutschland-Bahnverbindung verzögert sich damit um mindestens sechs Jahre: Statt 2024 soll es nun erst 2028 losgehen. Die vollständige Elektrifizierung, ursprünglich für einen früheren Zeitpunkt geplant, wird frühestens 2032 abgeschlossen sein. Ob und wann das Projekt umgesetzt wird, hängt davon ab, ob die benötigten 544 Millionen Euro aus Bundesmitteln fließen.






