Mainzer Tourismusfonds empört über geplante Beherbergungsabgabe ohne Rücksprache
Jakob KrausMainzer Tourismusfonds empört über geplante Beherbergungsabgabe ohne Rücksprache
Der Mainzer Tourismusfonds hat eine geplante "Beherbergungsabgabe" der Stadt scharf kritisiert. Die Organisation bezeichnet den Vorstoß als Vertrauensbruch und warnt, er werde die ohnehin schon angeschlagene Tourismusbranche zusätzlich finanziell belasten. Anders als bei der von ihr bevorzugten "Besucherumlage" fließen die Einnahmen der Abgabe nicht in die Förderung des Tourismus.
Laut dem Tourismusfonds wurde er vor der Ankündigung der Abgabe nicht konsultiert. Mitglieder des Vorstands betonen, dass Gespräche mit Oberbürgermeister Nino Haase und Stadtvertretern ausschließlich eine Besucherumlage zum Thema hatten – deren Mittel sollten wieder in den Tourismus investiert werden.
Die Vorstandsmitglied Julia Barth wies auf die prekäre Lage der Branche hin. Die Abgabe komme zur Unzeit und belaste die Betriebe zusätzlich, so ihre Argumentation. Lutz Frey, ein weiteres Vorstandsmitglied, teilte ihre Kritik und bezeichnete das Vorgehen als ungerecht und schlecht kommuniziert.
Die geplante Abgabe, umgangssprachlich auch "Bettensteuer" genannt, unterscheidet sich entscheidend von der Besucherumlage: Die Einnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt der Stadt und nicht direkt in touristische Projekte. Der Tourismusfonds warnt, die Maßnahme könnte lokale Unternehmen, die sich noch von den letzten Krisen erholen, weiter schwächen. Ohne gezielte Reinvestitionen in den Sektor drohe Mainz als Reiseziel an Attraktivität zu verlieren. Die Organisation fordert dringende Gespräche mit der Stadt, um den Plan zu überdenken.






