Landrat Hallerbach nennt Krankenhausfinanzierung eine "absolute Schande" – doch Linz baut für 13 Millionen Euro aus
Anna KrauseLandrat Hallerbach nennt Krankenhausfinanzierung eine "absolute Schande" – doch Linz baut für 13 Millionen Euro aus
Achim Hallerbach, Landrat des Kreises Neuwied, hat die Handhabung der Krankenhausfinanzierung durch die Bundesregierung als „absolute Schande“ scharf kritisiert. Seine Äußerungen erfolgten, nachdem der Bundestag ein „Vorabgesetz“ zur Sicherung ausstehender Zahlungen an Krankenhäuser nicht verabschiedet hatte. Unterdessen schreiten die Pläne für einen großen Ausbau des Franziskus-Krankenhauses in Linz voran – mit Investitionen in Höhe von 13 Millionen Euro für neue Einrichtungen.
Hallerbach setzt sich seit Langem für eine stärkere Förderung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ein. Er forderte die Landesregierung von Rheinland-Pfalz auf, endlich ein „klares, langfristiges Krankenhauskonzept“ vorzulegen – insbesondere für unterversorgte Regionen. Die Finanzkrise spitzt sich weiter zu: Mittlerweile müssen die Krankenhäuser die Hälfte der steigenden Tarifkosten selbst tragen.
Am Franziskus-Krankenhaus entsteht im Rahmen eines Neubauprojekts ein moderner OP-Trakt mit vier Operationssälen sowie ein neu gestalteter Eingangsbereich. Hallerbach bezeichnete das Vorhaben gemeinsam mit Thomas Werner und André Tillmann als „entscheidend für die Zukunft des Hauses". Die 13-Millionen-Investition gilt als wichtiger Schritt, um die medizinische Versorgung in der Region langfristig zu sichern.
Ab Anfang 2024 wird zudem der DRK-Rettungsdienst (Deutsches Rotes Kreuz) mit dem Bau einer neuen Einsatzwache direkt neben dem Krankenhaus beginnen. Hallerbach betonte die Notwendigkeit „mutiger Planung jenseits von Wahlperioden“ und forderte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf, „sofortige finanzielle Planungssicherheit“ für die angeschlagenen Krankenhäuser zu schaffen. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung des Erhalts „integrierter medizinischer Versorgungsstrukturen“ im nördlichen Kreisgebiet Neuwied.
Während der Ausbau des Franziskus-Krankenhauses ein wichtiges Signal für die lokale Gesundheitsversorgung setzt, bleiben Hallerbachs dringende Appelle an Land und Bund bisher unbeantwortet. Ohne verbindliche Finanzzusagen droht Krankenhäusern in ländlichen Regionen wie dem Kreis Neuwied weiterhin eine prekäre wirtschaftliche Lage.






