Hessens neues Corporate Design sorgt für Streit über Steuergelder und Prioritäten
Jakob KrausHessens neues Corporate Design sorgt für Streit über Steuergelder und Prioritäten
Die hessische Landesregierung präsentierte am 23. März 2026 ein neues Corporate Design. Die Umsetzung begann mit bestehenden Materialien, während neue Elemente schrittweise in den Arbeitsalltag integriert wurden. Doch die Maßnahme stößt bereits auf Kritik – sowohl wegen des Zeitpunkts als auch der Kosten.
Der Bund der Steuerzahler Hessen prüft nun die Neugestaltung der Markenidentität. Verbandsvorsitzender Joachim Papendick hinterfragte, ob die Ausgaben in einer Phase finanzieller Belastungen gerechtfertigt seien. Er betonte, dass öffentliche Mittel stattdessen in zentrale Aufgaben wie Bildung, Straßenbau und Sicherheit fließen sollten.
Papendick verwies darauf, dass das Land im Jahr 2026 bereits erhebliche Summen für andere Vorhaben bereitgestellt habe: 220 Millionen Euro für Sicherheitsmodernisierungen, 187 Millionen Euro für die Straßensanierung und 156 Millionen Euro für die Digitalisierung der Verwaltung. Der Verband erwägt sogar, die Neugestaltung in sein jährliches "Schwarzbuch der Steuergeldverschwendung" aufzunehmen.
Zwar räumte die Vereinigung ein, dass ein modernes Erscheinungsbild notwendig sei, doch betonte sie, dass Bürger von einem neuen Logo oder Designkonzept kaum einen Nutzen hätten. Papendick forderte, Steuergelder müssten konkrete Vorteile bringen – nicht nur optische Veränderungen.
Die Landesregierung hat die genauen Kosten der Neugestaltung bisher nicht offenlegt. Der Bund der Steuerzahler wird weiterhin prüfen, ob das Projekt einen echten Mehrwert bietet. Die Ergebnisse könnten künftige Debatten über die Priorisierung öffentlicher Ausgaben beeinflussen.






