Grüne in Rheinland-Pfalz wechseln nach 15 Jahren Regierung in die Opposition
Elias LehmannGrüne in Rheinland-Pfalz wechseln nach 15 Jahren Regierung in die Opposition
Die Grünen in Rheinland-Pfalz wechseln nach 15 Jahren Regierungsbeteiligung in die Opposition. Dieser Wandel folgt auf den Sieg der CDU bei der Landtagswahl im März 2026, der zugleich 35 Jahre SPD-geführte Landesregierung beendete. Spitzenkandidatin Katrin Eder, 49, hat angekündigt, die neue große Koalition in der Klimapolitik herauszufordern, nachdem ihre Partei etwa acht Prozent der Stimmen holte.
Die Wahl markiert einen Einschnitt für Rheinland-Pfalz: Die CDU legte auf 30,6 Prozent zu, während die SPD auf 26,4 Prozent fiel und damit das Amt des Ministerpräsidenten verlor. Gleichzeitig verdoppelte die AfD ihre Unterstützung auf 20 Prozent, während die Grünen leicht auf etwa acht bis zehn Prozent zurückfielen.
Katrin Eder, seit Langem eine engagierte Klimaschützerin, war zuvor sowohl Stadträtin als auch Landesumweltministerin. Im Wahlkampf kritisierte sie die geplante CDU-SPD-Koalition für eine Verwässerung der Klimaziele, warf ihr vor, den Ausbau erneuerbarer Energien zu verzögern und die Interessen der fossilen Brennstoffe zu begünstigen. Die Koalitionspläne, so Eder, würden das Ziel der CO₂-Neutralität bis 2040 gefährden.
Den Grünen steht nun eine schwierige Rolle im neuen Landtag bevor. Als Teil einer kleinen demokratischen Opposition werden sie neben einer gestärkten AfD und einer großen Koalition sitzen, der sie mangelnden Ehrgeiz vorwerfen. Eder signalisierte, sie könnte die Fraktionsvorsitzende der Grünen werden, doch auch andere Kandidaten könnten sich bewerben.
Trotz des Rückschlags zeigte sich Eder stolz auf das Ergebnis ihrer Partei. Sie betonte, die Grünen hätten im Wahlkampf die Klimapolitik in den Mittelpunkt gerückt, und versprach, die Koalition weiterhin in Umweltfragen unter Druck zu setzen.
Die Wahlergebnisse beschränken den Einfluss der Grünen im Landtag deutlich. Ihr geschrumpfter Stimmenanteil spiegelt einen eng umkämpften Wahlkampf wider, der von CDU und SPD dominiert wurde. Angesichts des AfD-Zuwachses wird sich die Oppositionsrolle der Grünen darauf konzentrieren, die Koalition für ihre Klimapolitik zur Verantwortung zu ziehen.






