14 April 2026, 18:08

Gericht stoppt Apotheken-Kooperationen mit Online-Rezeptplattformen wie DoktorABC

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Gericht stoppt Apotheken-Kooperationen mit Online-Rezeptplattformen wie DoktorABC

Ein aktuelles Gerichtsurteil hat die rechtlichen Risiken für Apotheken klargestellt, die mit Online-Rezeptplattformen zusammenarbeiten. Das Landgericht Berlin II entschied, dass Apotheken für unzulässige Werbung haften können, die von Drittanbietern durchgeführt wird. Dieses Urteil betrifft direkt Plattformen wie DoktorABC, deren Geschäftsmodell wegen der Lenkung von Patienten zu bestimmten Apotheken in der Kritik steht.

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Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) hat nun gewarnt, dass viele aktuelle Werbepraktiken für verschreibungspflichtige Arzneimittel – darunter Lifestyle-Produkte und medizinisches Cannabis – gegen geltendes Recht verstoßen. Die Entscheidung des Berliner Gerichts widerspricht einem früheren einstweiligen Verfügungsbeschluss des Landgerichts Frankfurt, das die Aktivitäten von DoktorABC anders bewertet hatte. Laut dem neuen Urteil tragen Apotheken die rechtliche Verantwortung, selbst wenn sie die Plattformen, mit denen sie kooperieren, nicht direkt kontrollieren. Die AKNR betonte, dass dies im Einklang mit einem früheren Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Fall Bloomwell stehe, bei dem Werbeverbote auf gesamte Kategorien von verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgedehnt wurden, die dieselbe Indikation behandeln.

Werbung, die sich auf bestimmte Krankheitsbilder richtet – selbst ohne konkrete Medikamentennennung –, gilt nun als unzulässige Bewerbung. Die Rechtsabteilung der AKNR wird das Urteil genau prüfen und weitere rechtliche Schritte einleiten, um gegen illegale Geschäftsmodelle vorzugehen. Gleichzeitig warnte sie Apotheken, dass eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit solchen Plattformen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, einschließlich des Risikos, die Betriebserlaubnis zu verlieren.

Im Kern der Debatte steht das Prinzip der freien Apothekenwahl, das laut AKNR untergraben wird, wenn Plattformen Patienten gezielt zu bestimmten Anbietern lenken. Das Modell von DoktorABC, bei dem verschreibungspflichtige Medikamente beworben und Patienten bei der Auswahl beeinflusst werden, wurde nach aktueller Rechtslage als unzulässig eingestuft. Das Urteil setzt Apotheken in Alarmbereitschaft hinsichtlich ihrer Partnerschaften mit Online-Rezeptdiensten. Wer gegen Werbebeschränkungen verstößt, muss mit rechtlichen Sanktionen oder Problemen bei der Lizenzierung rechnen. Die AKNR hat deutlich gemacht, dass sie weiterhin Fälle verfolgen wird, um die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen und das Prinzip der freien Apothekenwahl zu schützen.

Quelle