30 April 2026, 14:12

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger Friedrich greift Kritiker persönlich an

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger Friedrich greift Kritiker persönlich an

Bei der Berliner Zeitung ist ein öffentlicher Streit entbrannt, nachdem der Verleger Holger Friedrich auf Kritik des Journalisten Franz Sommerfeld reagiert hat. Der Konflikt folgte auf den Abschied von Anja Reich-Osang, der langjährigen Chefreporterin des Blattes. Friedrichs Reaktion hat weitere Kritik ausgelöst – ihm werden unprofessionelles Verhalten und irreführende Aussagen vorgeworfen.

Auslöser des Streits war eine Kritik Sommerfelds an der politischen Ausrichtung der Berliner Zeitung nach dem Ausscheiden Reich-Osangs, die das Blatt nach 30 Jahren verlassen hatte. Statt auf die inhaltlichen Punkte einzugehen, veröffentlichte Friedrich einen persönlichen Artikel, in dem er seine redaktionellen Entscheidungen verteidigte.

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Darin stellte er Reich-Osangs Abgang als eine routinemäßige Personalangelegenheit dar. Zudem warnte er, dass die Verbreitung von Sommerfelds Vorwürfen Mitarbeiter gefährden könnte. Allerdings verschwieg er, dass die ursprüngliche Kritik von Sommerfeld und nicht von der Zeitung selbst stammte.

Friedrich ging noch weiter und griff einen Bericht des Medienportals kress an, den er als unobjektiv bezeichnete und dem er vorwarf, Falschbehauptungen über seine Ehefrau zu verbreiten. Ein Journalist mit 20 Jahren Erfahrung in der Medienberichterstattung bezeichnete Friedrichs Verhalten als ungewöhnlich. Er merkte an, dass Friedrich zwar für einen robusten Journalismus eintrete, selbst aber schlecht mit Kritik umgehen könne.

Beobachter verweisen zudem auf Friedrichs übersteigertes Ego und mangelnde Selbstreflexion – Eigenschaften, die ihn ihrer Meinung nach von anderen Journalisten in der Branche unterscheiden.

Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung in Fragen der redaktionellen Ausrichtung und Führung. Friedrichs defensive Haltung und persönliche Angriffe haben die Kontroverse weiter angeheizt. Die Folgen von Reich-Osangs Abschied reichen mittlerweile über reine Personalentscheidungen hinaus und werfen Fragen zu Transparenz und professionellem Verhalten in der Redaktion auf.

Quelle