Energiekrise trifft Haushalte hart – während Ölkonzerne Rekordgewinne einfahren
Jakob KrausEnergiekrise trifft Haushalte hart – während Ölkonzerne Rekordgewinne einfahren
Die globale Energiekrise belastet weiterhin Haushalte und Volkswirtschaften, wobei steigende Spritpreise Pendler, Studierende und Familien hart treffen. Eine aktuelle Umfrage in Deutschland zeigt, dass sich mittlerweile fast 80 Prozent der Bevölkerung durch die Abhängigkeit ihres Landes von importierten fossilen Brennstoffen bedroht fühlen. Gleichzeitig verzeichnen Ölkonzerne Rekordgewinne, während Regierungen Mühe haben, die Folgen der Krise einzudämmen.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die Krise weiter verschärft und die Kraftstoffpreise weltweit in die Höhe getrieben. In Deutschland brachte eine Übergewinnsteuer für Energieunternehmen zwar rund 2,5 Milliarden Euro ein, doch die Belastung für Verbraucher bleibt hoch. Pendler, Studierende und Menschen, die kranke Angehörige besuchen, müssen nun deutlich mehr für Transport ausgeben.
Auch die Preise für Düngemittel, Lkw-Transporte und Grundnahrungsmittel sind stark gestiegen – besonders in Märkten wie Nigeria. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt, dass bis zu 45 Millionen weitere Menschen Hunger leiden könnten, falls sich die Krise über die Jahresmitte hinaus zieht. Gleichzeitig fahren große Ölkonzerne Rekordgewinne ein: Der Nettogewinn von BP verdoppelte sich im ersten Quartal 2023 fast und erreichte 2,7 Milliarden Euro.
Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), macht für die Krise unter anderem die Politik unter Donald Trump und Benjamin Netanyahu mitverantwortlich. Dennoch beschleunigen einige Länder den Umstieg auf erneuerbare Energien. Chinas Export von Solarmodulen verdoppelte sich im März 2023 im Vergleich zum Vormonat – ein Zeichen für den raschen Ausbau sauberer Energien. Südkoreas Präsident hat zudem versprochen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, indem er das Stromnetz modernisiert und ein "Solar-Einkommens"-Programm einführt.
Kritiker werfen der Krise vor, ein Muster offenzulegen, bei dem die Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, während die Gewinne bei den Konzernen bleiben. Dieses Ungleichgewicht hat die Forderungen nach langfristigen Lösungen verstärkt, die über temporäre Steuern oder Subventionen hinausgehen.
Da die Spritpreise weiter schwanken, stehen Regierungen unter Druck, die Belastung für Haushalte zu verringern und gleichzeitig die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren. Die Investitionen in erneuerbare Energien in China und Südkorea deuten auf einen wachsenden Wandel hin, doch die unmittelbaren Folgen der hohen Kosten bleiben bestehen. Ohne weitere Maßnahmen könnten bis Jahresende Millionen zusätzliche Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen sein.






