Elterngeld-Kürzungen drohen: Bis zu 350 Millionen Euro weniger für Familien
Amelie SeidelElterngeld-Kürzungen drohen: Bis zu 350 Millionen Euro weniger für Familien
Elterngeld in Deutschland: Bis zu 350 Millionen Euro Kürzungen drohen
Die Leistungen für Elternzeit in Deutschland könnten im Rahmen von Sparplänen der Regierung drastisch gekürzt werden. Medienberichten zufolge plant Familienministerin Karin Prien (CDU), die Mittel um etwa 350 Millionen Euro zu reduzieren. Der Vorstoß stößt bereits jetzt bei Politiker:innen und Familienverbänden auf scharfe Kritik.
Familienministerin Karin Prien steht unter Druck, den Haushalt ihres Ressorts zu straffen. Gerüchten zufolge könnten die Mittel für das Elterngeld um bis zu 350 Millionen Euro gekürzt werden. Die Pläne lösten umgehend Widerstand aus verschiedenen Lagern aus.
Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) warnte vor einer Schwächung der Unterstützung für Eltern. Die Leistungen erfüllten eine doppelte Funktion, so Giffey: Sie entlasteten Familien und stabilisierten gleichzeitig den Arbeitsmarkt. Kürzungen würden beide Ziele untergraben.
Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zukunftsforums Familie (ZFF), bezeichnete bereits die Debatte über mögliche Kürzungen als „katastrophales Signal“ für Familien, die ohnehin unter finanziellen Belastungen leiden. Auch Wolfgang Kubicki, designierter Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP), äußerte sich kritisch zu den geplanten Einsparungen.
Die Diskussion fällt in eine Phase, in der Deutschlands demografische Entwicklung besonders prekär ist: Die Geburtenrate liegt derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 1946. Zudem zeigen Daten, dass 74 Prozent der Bezieher:innen von Elterngeld Frauen sind – ein deutlicher Hinweis auf anhaltende geschlechtsspezifische Ungleichheiten bei der Care-Arbeit.
Die geplanten Kürzungen würden die finanzielle Unterstützung für junge Eltern gerade dann verringern, wenn die Geburtenzahlen historisch niedrig sind. Kritiker:innen argumentieren, dass eine Reduzierung der Leistungen Familien zusätzlich belasten und bestehende Ungerechtigkeiten verschärfen könnte. Die Bundesregierung hat bisher noch keine endgültigen Beschlüsse zu den Sparmaßnahmen bekannt gegeben.






