24 March 2026, 02:08

Deutschland wird zum Netto-Stromimporteur – und hängt am französischen Atomstrom

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland wird zum Netto-Stromimporteur – und hängt am französischen Atomstrom

Deutschlands Abhängigkeit von Stromimporten steigt stark an

In den vergangenen zwei Jahren hat sich Deutschlands Abhängigkeit von importiertem Strom deutlich verstärkt. 2024 stiegen die Stromeinfuhren um 23,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Wandel fällt mit einem Rückgang der deutschen Stromexporte zusammen, sodass das Land seit 2023 netto mehr Strom importiert als exportiert.

Der Anstieg der deutschen Stromimporte geht einher mit einem Rückgang der französischen Atomstromproduktion. Technische Probleme wie Reaktorkorrosion und verlängerte Wartungsarbeiten ließen die französische Nuklearerzeugung 2023 auf 320 TWh sinken – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 2024 erholte sich die Produktion teilweise auf etwa 360 TWh, doch die alternde Infrastruktur und regulatorische Verzögerungen werden die Kapazitäten bis mindestens 2026 weiter einschränken.

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Frankreich bleibt der wichtigste Lieferant von Atomstrom für Deutschland und exportierte in den letzten Jahren durchschnittlich etwa 9,5 TWh. Allein im späten Jahr 2025 beliefen sich die französischen Atomstromlieferungen an Deutschland auf 3,9 TWh. Insgesamt importierte Deutschland 2025 Strom im Umfang von 65,0 TWh, davon stammten 14,3 TWh aus Kernkraft.

Die deutschen Stromexporte gingen 2024 um 10 Prozent zurück, erholten sich 2025 jedoch wieder um 22 Prozent. Unterdessen verlängert Frankreich die Laufzeit seiner 57 bestehenden Reaktoren auf 50 oder 60 Jahre und investiert 51,7 Milliarden Euro in Neubauten. Sechs neue Reaktoren sind ab 2038 geplant, mit der Option für acht weitere – Teil von Präsident Macrons Strategie für mehr Energiesicherheit.

Deutschland ist damit zunehmend auf ausländischen Strom angewiesen, insbesondere aus französischen Atomkraftwerken. Da die französische Produktion durch überalterte Reaktoren und anhaltende Wartungsarbeiten begrenzt bleibt, dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Die Energiehandelsbilanz des Landes spiegelt diese wachsende Abhängigkeit von Importen für die Versorgungssicherheit wider.

Quelle