05 June 2026, 11:33

Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – was jetzt?

EU-Gehaltstransparenzrichtlinie: 'Das Bauchgefühl bei Gehältern wird in Zukunft rechtlich riskant'

Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – was jetzt?

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung von Regeln zur Gehalts­transparenz verpasst. Der Stichtag am 7. Juni verstrich, ohne dass das Land die Richtlinie umgesetzt hatte, die Lohn­unterschiede zwischen Beschäftigten offenlegen soll. Als Grund für die Verzögerung nennen Behörden laufende Abstimmungs­prozesse.

Die EU-Richtlinie zur Entgelt­transparenz soll Gehalts­gefälle in Unternehmen sichtbarer machen. Sie verpflichtet Arbeitgeber, ihre Gehalts­strukturen offenzulegen, damit Beschäftigte ungerechtfertigte Unterschiede erkennen können. Deutschland verfehlte jedoch den Termin zur Umsetzung in nationales Recht.

Das Bundes­familien­ministerium bestätigte die Verzögerung und verwies auf weiteren Koordinierungs­bedarf. Ein neuer Zeitplan für das Inkrafttreten der Regeln steht noch aus.

Franziska Martin, Redakteurin mit Schwerpunkt Arbeitswelt, hat über die möglichen Auswirkungen der Richtlinie berichtet. Ihre Analysen zeigen, wie KI und Automatisierung die Debatte um Lohn­gerechtigkeit künftig prägen könnten.

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Ohne die umgesetzte Richtlinie bleibt deutschen Beschäftigten der Zugang zu den von der EU versprochenen Instrumenten für Gehalts­transparenz verwehrt. Wann die fehlenden Regelungen finalisiert werden, hat das Ministerium noch nicht mitgeteilt. Bis dahin bleiben Lohn­ungleichheiten im Land schwerer anzufechten.

Quelle