17 March 2026, 00:09

Deutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Initiative für Afrikas Handel

Alte deutsche Banknote mit einem Vogel-Design und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Deutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Initiative für Afrikas Handel

Deutsche Bank und British International Investment starten 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsinitiative

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar ins Leben zu rufen. Das Programm konzentriert sich auf unterversorgte Märkte in Afrika und markiert die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen. Ziel ist es, die seit langem bestehenden Engpässe im Handelsfinanzierungssektor der Region zu verringern.

Im Rahmen der neuen Vereinbarung übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Rückhaltes für Handelsfinanzierungen, die von der Deutschen Bank bereitgestellt werden. Die Mittel fließen über lokale Partner der Bank an afrikanische Unternehmen, die kurzfristiges Kapital benötigen. Die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt die jährliche Finanzierungslücke im Handel auf 100 Milliarden US-Dollar – besonders betroffen sind kleinere Märkte.

Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der viele globale Banken ihr Engagement in Afrika zurückfahren. In den letzten fünf Jahren haben mindestens zehn große Kreditinstitute – darunter Standard Chartered, Barclays, BNP Paribas und Absa – ihre Präsenz auf dem Kontinent reduziert oder sich vollständig zurückgezogen. Besonders betroffen sind Nigeria, Südafrika, Kenia und die Region Ostafrika.

Führungswechsel im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank Zudem hat die Deutsche Bank im Bereich Corporate Banking personelle Veränderungen vorgenommen: Gerald Podobnik übernimmt als Co-Leiter die Nachfolge von Ole Matthiessen und teilt sich die Position mit Michael Diederich, der die Sparte weiterhin führt. Unterdessen notiert die Aktie der Bank aktuell bei 25,80 Euro – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Das 150-Millionen-Dollar-Programm wird afrikanischen Unternehmen über lokale Partner der Deutschen Bank Finanzmittel zukommen lassen. Durch die Absicherung der BII verringert sich das Risiko für die Bank, was eine stärkere Unterstützung von Unternehmen in unterversorgten Regionen ermöglicht. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich viele internationale Geldgeber aus dem Kontinent zurückziehen und die Finanzierungslücke im Handel weiter wächst.

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