Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritik bleibt laut
Amelie SeidelDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritik bleibt laut
Die Deutsche Bahn hat versprochen, die Preise für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai für ein Jahr einzufrieren. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen, die Belastungen durch die Energiekrise abzumildern. Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn bewertet den Schritt jedoch als unzureichend.
Vorstandschefin Evelyn Palla kündigte die Preissperre an, um Reisenden angesichts steigender Lebenshaltungskosten entgegenzukommen. Die Regelung gilt ab nächsten Monat für alle Fernverkehrsstrecken.
Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender von Pro Bahn, übt scharfe Kritik an der Entscheidung. Stabil gehaltene Preise seien angesichts anhaltender Verspätungen und Zugausfälle kein ausreichender Schritt, argumentiert er. Stattdessen schlägt er vor, die Bahn solle die Ticketpreise vorübergehend senken, um die Fahrgäste wirksamer zu entlasten.
Neuß stellt zudem die Wirksamkeit des Preisstopp in Frage. Er weist darauf hin, dass die Preise im Fernverkehr ohnehin je nach Strecke und Nachfrage schwanken. Diese dynamische Preisgestaltung mache es unklar, ob die Fahrgäste tatsächlich einen Vorteil hätten.
Die Preissperre tritt am 1. Mai in Kraft und gilt für zwölf Monate. Pro Bahn bleibt skeptisch und fordert statt einer bloßen Preisgarantie deutliche Preissenkungen. Die Kritik der Vereinigung spiegelt die anhaltende Unzufriedenheit mit der Zuverlässigkeit des Angebots und der Transparenz der Preise wider.






