Bundestag beschleunigt Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Gesundheitswesen
Amelie SeidelBundestag beschleunigt Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Gesundheitswesen
Der Bundestag hat ein neues Gesetz verabschiedet, das die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Gesundheitsbereich beschleunigen soll. Die von der Ampelkoalition und den Grünen unterstützte Reform richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Hebammen. Ziel ist es, das Anerkennungsverfahren für im Ausland ausgebildete Fachkräfte zu vereinfachen, zu standardisieren und zu digitalisieren.
Eingebracht wurde der Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag dafür – während die AfD dagegen votierte und die Linke sich der Stimme enthielt. Nach der finalen Zustimmung durch den Bundesrat sollen die Neuerungen am 1. November 2026 in Kraft treten.
Eine zentrale Neuerung ermöglicht es den Bundesländern, die Sprachkenntnisse von Bewerberinnen und Bewerbern aus Drittstaaten bereits vor Abschluss ihrer Berufsausbildung zu prüfen. Damit sollen Verzögerungen im Anerkennungsprozess vermieden werden. Zudem setzt das Gesetz auf mehr digitale Verfahren, um Bürokratie abzubauen und Wartezeiten für qualifizierte Gesundheitsfachkräfte zu verkürzen.
Befürworter argumentieren, dass die Reformen helfen werden, den Personalmangel in deutschen Krankenhäusern und Praxen zu lindern. Durch schnellere und planbarere Anerkennung hofft die Bundesregierung, mehr Fachkräfte aus Ländern außerhalb der EU anzuziehen.
Nun muss der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmen, bevor es umgesetzt werden kann. Sobald es in Kraft tritt, wird es Tausende im Ausland ausgebildete Gesundheitsfachkräfte betreffen, die in Deutschland arbeiten möchten. Die Verantwortlichen erwarten, dass das vereinfachte System die Belastung für das ohnehin überlastete medizinische Personal verringern wird.






