Brandenburg an der Havel wird zum Standort für hochmoderne Drohnenabwehrsysteme
Anna KrauseBrandenburg an der Havel wird zum Standort für hochmoderne Drohnenabwehrsysteme
Neues Drohnenabwehrwerk soll in Brandenburg an der Havel entstehen
In Brandenburg an der Havel entsteht ein neues Werk zur Herstellung von Drohnenabwehrsystemen. Die Anlage wird autonome Lösungen produzieren, um Drohnenbedrohungen in ganz Europa entgegenzuwirken. Zwei Unternehmen – eines deutsches, das andere amerikanisch-israelisches – arbeiten bei dem Vorhaben zusammen.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG betreibt über ihre Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies (HDAT) eine Partnerschaft mit dem US-israelischen Unternehmen OAS, um das Joint Venture zu starten. Der Standort in Brandenburg, der seit 1991 in Betrieb ist, beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bildet Auszubildende in den Berufen Industriemechanik und Mechatronik aus. Das neue Projekt konzentriert sich auf die Fertigung und den Vertrieb von Drohnenabwehrtechnologie.
Zunächst sollen die Systeme in Deutschland und der Ukraine vertrieben werden, bevor eine Ausweitung auf andere EU-Länder folgt. Michael Wellenzohn, Geschäftsführer von HDAT, betonte die Verbindung fortschrittlicher Drohnentechnologie mit deutscher Präzisionsingenieurskunst. Eric Brock, CEO von Ondas, verwies auf die wachsende Notwendigkeit, kritische Infrastruktur und zivile Gebiete vor Drohnenangriffen zu schützen.
Vor Ort fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Bürgermeister Daniel Keip begrüßte den Schritt als Stärkung des industriellen Standorts der Stadt. Heidi Hauffe, Vorsitzende des lokalen BSW-Verbands, äußerte jedoch Bedenken, dass die Anlage Brandenburg zu einem möglichen Ziel in künftigen Konflikten machen könnte. Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG, bezeichnete das Projekt als strategischen Schritt in den Bereich der zivil-militärischen Doppelnutzung sowie der kommerziellen Märkte.
Das neue Werk erweitert das bestehende industrielle Portfolio Brandenburgs um die Produktion von Drohnenabwehrtechnik. Die ersten Systeme sollen in Deutschland und der Ukraine eingesetzt werden, bevor sie auf weitere europäische Märkte ausgeweitet werden. Für den traditionsreichen Druckmaschinenhersteller markiert das Vorhaben den Einstieg in die Sicherheitstechnologie.






