Berliner Initiative für autofreie Innenstadt scheitert an fehlenden Unterschriften
Anna KrauseBerliner Initiative für autofreie Innenstadt scheitert an fehlenden Unterschriften
Vorstoß für drastische Autoreduzierung im Berliner Zentrum gescheitert
Eine Initiative, die private Autos im Inneren des Berliner S-Bahn-Rings stark einschränken wollte, ist gescheitert, weil die Organisatoren die notwendige Anzahl an Unterschriften nicht erreichten. Die unter dem Namen Autofreies Berlin bekannte Kampagne zielte darauf ab, den Großteil der Privatfahrzeuge in diesem Bereich zu verbieten. Trotz großen öffentlichen Interesses an Verkehrswende-Projekten scheiterte die Initiative, bevor es zu einer Abstimmung kommen konnte.
Der Vorschlag hätte nur Einsatzfahrzeuge, Taxis, Busse und kleine Elektrofahrzeuge innerhalb des Rings erlaubt. Anwohner hätten jährlich zwölf Tage frei wählen können, an denen sie in dem Gebiet mit dem Auto fahren dürfen. Ausnahmen waren zudem für Lieferverkehr, Wirtschaftsverkehr und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen vorgesehen.
Bis zum Stichtag am 8. Mai 2023 sammelte die Kampagne lediglich 140.000 Unterschriften – deutlich weniger als die benötigten 174.000. Selbst bei Erfolg wäre die Umsetzung eine enorme Herausforderung gewesen, unter anderem wegen Zweifeln an der Kooperationsbereitschaft der Autofahrer.
Das Scheitern der Initiative hat bei vielen Berlinerinnen und Berlinern Skepsis gegenüber Volksentscheiden als Instrument für politische Veränderungen hinterlassen. Dennoch bleibt die Unterstützung für Verkehrswende-Maßnahmen hoch: 59 Prozent befürworten die Umwandlung von Autospuren in Bus- oder Straßenbahnstrecken, und 67 Prozent wünschen sich strengere Parkregeln. Ein künftiger Volksentscheid, der sich auf Infrastrukturprojekte statt auf generelle Fahrverbote konzentriert, könnte mehr Zuspruch finden.
Berlin verzeichnet bereits die niedrigste Autodichte Deutschlands mit nur 329 Privatwagen pro 1.000 Einwohner – und die Zahl sinkt weiter. Städte wie Paris zeigen, wie radfreundliche und fußgängerorientierte Verkehrspolitik das städtische Leben verändern kann.
Die Autofreies-Berlin-Initiative endete ohne Abstimmung. Doch die breite öffentliche Unterstützung für Verkehrswende-Projekte deutet darauf hin, dass künftige Kampagnen mit einem anderen Ansatz erfolgreicher sein könnten. Vorerst sinkt die Autodichte in der Stadt weiter, während die Debatten über Mobilität und Lebensqualität anhalten.






