Berliner Buchhandlung verklagt Kulturstaatsminister nach Ausschluss vom Buchhandlungspreis
Anna KrauseBerliner Buchhandlung verklagt Kulturstaatsminister nach Ausschluss vom Buchhandlungspreis
Eine Berliner Buchhandlung geht rechtlich gegen Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vor, nachdem sie von der Shortlist eines renommierten Preises gestrichen wurde. Der Streit begann, als Weimer die Buchhandlung Zur schwankenden Weltkugel sowie zwei weitere Läden vom Deutschen Buchhandlungspreis 2025 ausschloss – eine Entscheidung, die in der Buchbranche auf breite Kritik stieß.
Auslöser des Konflikts war Weimers Kürzung der Vorauswahl von 118 auf 115 Buchhandlungen unter Berufung auf "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse". Im Gespräch mit der Zeit begründete er dies damit, dass der Staat "mit Steuergeldern keine Preise an politische Extremisten vergeben" dürfe. Die Betreiber der betroffenen Buchhandlung forderten daraufhin eine Unterlassungserklärung, die Weimer verweigerte.
Nun hat die Buchhandlung beim Berliner Verwaltungsgericht einen Eilantrag eingereicht (Aktenzeichen: VG 6 L 229/26). Ziel ist es, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zu untersagen, die Buchhandlung oder ihre Inhaber als "politische Extremisten" zu bezeichnen. Das Gericht bestätigte den Eingang des Antrags, ein Termin für eine Entscheidung steht jedoch noch aus.
Ein Sprecher des Kulturstaatsministers verteidigte Weimers Äußerungen und betonte, dass Regierungsvertreter solche Standpunkte frei äußern dürften. Trotz der Kritik hat Weimer seine Entscheidung nicht zurückgenommen – die verbleibenden nominierten Buchhandlungen sind davon nicht betroffen. Doch der Vorgang wirft Fragen zur Glaubwürdigkeit des Preises auf.
Das Gerichtsverfahren wird klären, ob Weimers Aussagen und Maßnahmen rechtmäßig waren. Bis auf Weiteres bleibt die Buchhandlung von der Shortlist ausgeschlossen, die Entscheidung des Gerichts steht noch aus. Das Urteil könnte prägedend dafür werden, wie künftig Streitfälle über öffentliche Förderung und politische Etikettierung gehandhabt werden.






