Bahn-Streichungen in Bayern drohen: Marode Schienen stoppen den Takt
Elias LehmannMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Bahn-Streichungen in Bayern drohen: Marode Schienen stoppen den Takt
Deutsche Bahn könnte in Bayern Zugverbindungen streichen – wegen maroder Schieneninfrastruktur
Die Warnung kam nach einem vertraulichen Gespräch zwischen dem Unternehmen und Landesvertretern. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) versprach, Streichungen wo immer möglich zu vermeiden.
Der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner hatte nach einem nicht öffentlichen Treffen mit DB-Chefin Evelyn Palla auf die möglichen Kürzungen hingewiesen. Das Unternehmen selbst hat die Pläne noch nicht bestätigt, kündigte jedoch eine offizielle Stellungnahme für Anfang nächster Woche an.
Jahrzehntelange Unterfinanzierung hat das bayerische Schienennetz schwer gezeichnet. Selbst die Landesregierung räumt ein, dass eine vollständige Modernisierung mindestens ein weiteres Jahrzehnt dauern werde. Die Grünen fordern unterdessen, die Mittel für Sanierungen und Ausbauten deutlich aufzustocken.
Die Staatsregierung hat bereits rund 1,5 Milliarden Euro über fünf Jahre für die Schieneninfrastruktur bereitgestellt. Die Gelder fließen in die Modernisierung von Bahnhöfen im ländlichen Raum, die Erneuerung von Gleisen und die Elektrifizierung von Nebenstrecken. Zudem sind neue Regionalzüge geplant, um die Pünktlichkeit zu verbessern.
Philipp Nagl, Chef der DB Infrago, schlug vor, die Gleisbelegungen anzupassen, um Servicequalität und Netzkapazität besser in Einklang zu bringen. Gleichzeitig lehnte Minister Bernreiter einen früheren DB-Vorschlag ab, die Strecke München–Rosenheim 2028 monatelang komplett zu sperren.
Mit den 1,5 Milliarden Euro will der Freistaat den Betrieb stabilisieren und die veraltete Infrastruktur modernisieren. Die endgültige Entscheidung der Bahn über mögliche Streichungen steht in den kommenden Tagen an. Maßgeblich wird sein, wie sich kurzfristige Kapazitätsanforderungen mit den dringend notwendigen Langzeitsanierungen vereinen lassen.