30 March 2026, 16:13

Anna Netrebko triumphiert in Un ballo in maschera – doch draußen toben Proteste

Eine Gruppe von Menschen in rot-weißer Kleidung auf der Bühne mit Mikrofonen und einem Banner mit der Aufschrift 'Ukrainisches Folklorefest' im Hintergrund.

Anna Netrebko triumphiert in Un ballo in maschera – doch draußen toben Proteste

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Aufführung am Eröffnungabend wurde im Haus mit begeistertem Applaus bedacht, während draußen Proteste stattfanden. Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen die russische Regierung.

Die Vorstellung markierte Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper nach mehreren Jahren. In Giuseppe Verdis Oper übernahm sie die Rolle der Amelia und erntete dafür starken Beifall des Publikums. Auch die Musiker und Sänger wurden für ihre Darstellung gelobt.

Draußen versammelten sich etwa 50 Protestierende, die Netrebkos frühere Nähe zu Präsident Wladimir Putin kritisierten. Rufe wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" waren zu hören. Die Kundgebungen erinnerten an frühere Proteste in Wien und Berlin während ihrer Verdi-Aufführungen im März 2026.

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Regisseur Rafael R. Villalobos brachte mit seiner Inszenierung einen frischen Ansatz auf die Bühne. Einige Szenen griffen Themen der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise auf. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit ihrer Geburtstagsfeier 2022 im Moskauer Kreml in der Kritik.

Intendantin Elisabeth Sobotka nahm zu den Kontroversen Stellung und betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert. Zudem sei die Sopranistin seitdem nicht mehr in das Land zurückgekehrt. Trotz der Proteste blieb die Vorstellung im Rahmen des Festprogramms ausverkauft.

Die Premiere verdeutlichte die Kluft zwischen künstlerischer Rezeption und politischem Widerspruch: Während Netrebkos Auftritt mit warmem Applaus bedacht wurde, spiegelten die Proteste draußen die anhaltenden gesellschaftlichen Debatten wider. Die Produktion der Staatsoper bleibt Teil des Festspielplans.

Quelle