AfD holt in Kaiserslautern historischen Wahlerfolg bei Landtagswahl 2025
Elias LehmannAfD holt in Kaiserslautern historischen Wahlerfolg bei Landtagswahl 2025
Die rechtspopulistische AfD hat in Kaiserslautern deutliche Zugewinne erzielt und bei der Landtagswahl 2025 den höchsten Stimmenanteil bei den Zweitstimmen geholt. Zum ersten Mal führt die Partei damit in einem Wahlkreis in Rheinland-Pfalz. Der Wandel vollzieht sich vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Stadt, darunter hohe Arbeitslosigkeit und industrieller Niedergang.
Kaiserslautern galt einst als Hochburg der SPD, doch ihr Direktkandidat setzte sich 2025 nur knapp durch. Die AfD hingegen steigerte ihren Zweitstimmenanteil im Vergleich zu 2021 um fast 15 Prozentpunkte. Am Sonntag erhielt die Partei 26 Prozent dieser Stimmen – mehr als jede andere in der Stadt.
Die wirtschaftliche Lage hat eine zentrale Rolle für diese Entwicklung gespielt. Das Opel-Werk vor Ort, einst ein wichtiger Arbeitgeber, beschäftigt nach Jahren des Stellenabbaus mittlerweile weniger als 950 Mitarbeiter. Die Arbeitslosenquote lag im Juli 2025 bei 9,5 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt von 6,3 Prozent. Der Scheitern des geplanten ACC-Batteriewerks im Jahr 2025 verschärfte die Unzufriedenheit zusätzlich.
Im Stadtteil Grübental, einem der sozial benachteiligten Viertel Kaiserslautern, sank die Wahlbeteiligung von 72 Prozent im Jahr 2021 auf nur noch 58 Prozent bei den Kommunalwahlen 2026. Der AfD-Direktkandidat Tom Kotzian holte in dem Gebiet 36 Prozent der Stimmen – zehn Punkte vor der SPD. Die Unterstützung für die AfD stieg auf 28 Prozent, während auch Die Linke zulegte und mit plus acht Punkten auf 12 Prozent kam. Die Verschiebungen spiegeln eine wachsende Protesthaltung wider, insbesondere bei Wählern zwischen 35 und 55 Jahren.
Für die Zukunft plant die AfD, ihre lokale Präsenz auszubauen. Bis 2029 will die Partei in jedem Wahlkreis leerstehende Gaststätten anmieten und zu hybriden Büros und Veranstaltungsräumen umfunktionieren.
Der Aufstieg der AfD in Kaiserslautern unterstreicht die tief verwurzelte wirtschaftliche Frustration in der Region. Mit Arbeitsplatzverlusten, gescheiterten Industrieprojekten und hoher Arbeitslosigkeit hat die Partei die Unzufriedenheit der Wähler für sich genutzt. Die Ergebnisse deuten auf einen nachhaltigen Wandel der politischen Unterstützung hin – vor allem in jenen Gebieten, die am stärksten vom Niedergang betroffen sind.






