01 May 2026, 22:08

1. Mai: Wo Maibäume, Hexensagen und Arbeiterproteste aufeinandertreffen

Schwarzes und weißes Bild einer Gruppe von Menschen, die eine Straße entlanggehen und Fahnen tragen, mit Hüten, Bäumen, Gebäuden und einem Maibaum im Hintergrund.

1. Mai: Wo Maibäume, Hexensagen und Arbeiterproteste aufeinandertreffen

Erster Mai: Zwischen uralten Bräuchen, politischen Kundgebungen und fröhlichen Feiern

Der Erste Mai verbindet in Deutschland uralte Traditionen, politische Demonstrationen und ausgelassene Feste. Vom Maibaum auf dem Dorfplatz bis zu Berlins Straßenfesten markiert der Tag sowohl den Tag der Arbeit als auch den Beginn des Frühlings. Viele Bräuche – wie das Tanzen in den Mai oder die Ehrung der heiligen Walburga – reichen Jahrhundert zurück.

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird als „Tanz in den Mai“ gefeiert. Die Menschen versammeln sich, um mit Musik, Lagerfeuern und Gelage den Frühling zu begrüßen. In den Alpenregionen fordert ein Klettermaibaum die Teilnehmer heraus, während in Dörfern schlanke, mit Bändern geschmückte Masten aufgestellt werden.

Ein weiterer alter Brauch ist der „Liebesmai“, bei dem unverheiratete Männer ihrer Auserwählten einen kleinen Maibaum vor die Haustür stellen. Gleichzeitig ranken sich um die Walpurgisnacht – benannt nach der heiligen Walburga – Sagen von Hexen, die durch die Lüfte fliegen.

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Berlin bleibt das Zentrum der Maifeiern. Die Stadt beherbergt eine große linksgerichtete Demonstration in Kreuzberg, begleitet von Open-Air-Raves. Historische Führungen durch das Viertel erinnern an seine rebellische Vergangenheit, darunter die letzten schweren Ausschreitungen im Jahr 2010.

Am 1. Mai wird zudem der Tag der Arbeit begangen. Das Datum geht auf die US-amerikanische Arbeiterbewegung zurück und erinnert an eine Demonstration in Australien im Jahr 1856. Schon die Römer feierten vom 28. April bis 3. Mai die Floralia, ein Blütenfest zu Ehren der Flora.

Selbst im 19. Jahrhundert beklagte der Dichter Eduard Mörike das zögerliche Kommen des Frühlings mit den Worten: „Der April ist kaum der Lenz – weder halb noch ganz.“

Heute vereint der Erste Mai alte Bräuche mit moderner Politik. Während Dörfer ihre Maibäume aufrichten, füllen sich Städte wie Berlin mit Protesten und Partys. Der Feiertag bleibt eine Mischung aus Geschichte, Volksglauben und Gemeinschaftsgeist.

Quelle